
AI-Writing-Lab: Vom Prompt zum Paper
KI-Werkzeuge sind im Promotionsalltag angekommen und mit ihnen die Fragen: Darf ich KI für mein Kapitel nutzen? Wo endet die Hilfe und wo beginnt Ghostwriting? Klingt mein Text noch nach mir? Viele Promovierende experimentieren ohne Orientierung, denn klare Regeln fehlen an den meisten Fakultäten. Diese Unsicherheit kostet Zeit und gefährdet die Verteidigbarkeit der eigenen Arbeit.
Im Workshop ordnen die Promovierenden KI-Werkzeuge entlang der Phasen des Schreibprozesses ein, vom Sortieren der Literatur bis zum Redigieren. Sie nutzen die Prüffrage „Kann ich das in der Disputation verteidigen?“ und wenden klare Regeln für Quellen und Integrität an (90-Minuten-Workshop). Am eigenen Schreibprojekt vertiefen sie Kontextarbeit und den Umgang mit sensiblen Forschungsdaten (120/180-Minuten-Workshop).
Aus diffuser Unsicherheit wird ein reflektierter Arbeitsmodus. Die Promovierenden entscheiden je Schreibphase, ob und wie sie KI einsetzen, prüfen Quellen konsequent und behalten die Verantwortung für Argumentation und eigene Stimme.
- KI-Einsatz in der Wissenschaft einordnen, zwischen Hilfe, Grauzone und Ghostwriting
- Die Phasen des Schreibprozesses unterscheiden und den passenden KI-Einsatz je Phase bestimmen
- Risiken kennen, von erfundenen Quellen bis zum Verlernen eigener Denkschritte
- Regeln für Quellenprüfung, Dokumentation und Verteidigung anwenden
- Kontextarbeit und Datensouveränität am eigenen Projekt vertiefen (im 120/180-Minuten-Format)
Gut zu wissen
Für wen eignet sich das AI-Writing-Lab?
Der Workshop richtet sich an Promovierende, die KI beim wissenschaftlichen Schreiben einsetzen und unsicher sind, wo die Hilfe endet und das Ghostwriting beginnt. Vorwissen im Umgang mit KI-Werkzeugen ist nicht nötig.
Was nehmen die Teilnehmenden mit?
Sie ordnen KI-Werkzeuge den Phasen ihres Schreibprozesses zu, benennen die Risiken von erfundenen Quellen bis zum Verlernen eigener Denkschritte und wenden feste Regeln für Quellenprüfung und Dokumentation auf das eigene Schreibprojekt an.
Was ändert sich in den längeren Formaten?
In der 120- und der 180-Minuten-Fassung kommen Kontextarbeit und der Umgang mit sensiblen Forschungsdaten am eigenen Projekt dazu. Die Gruppe ist dann kleiner, 8 bis 12 statt 12 bis 16 Teilnehmende.
Für wie viele Teilnehmende ist der Workshop ausgelegt?
12 bis 16 Teilnehmende (90 Minuten, Input-orientiert) 8 bis 12 Teilnehmende bei den längeren Formaten mit Arbeit an eigenen Projekten.
Welchen Mehrwert bietet der Workshop für Graduiertenprogramme?
Der Workshop fördert gute wissenschaftliche Praxis und beugt Integritätsproblemen vor. Er gibt Promovierenden eine belastbare Regel für die Frage, ob sie ihren Text in der Disputation verteidigen können.
- unterstützt einen reflektierten und verantwortlichen KI-Einsatz im Schreibprozess
- stärkt Urteilskraft und Eigenständigkeit beim wissenschaftlichen Schreiben
- entlastet bei Unsicherheit über Grauzonen, Regeln und gute Praxis
- fördert gute wissenschaftliche Praxis und beugt Integritätsproblemen vor
- Die Teilnehmenden verstehen, wie KI den eigenen wissenschaftlichen Schreibprozess verändert und wo ihre Grenzen liegen
- Sie ordnen KI-Werkzeuge den Phasen ihres Schreibprozesses zu und benennen die Risiken
- Sie wenden Prüffrage und Quellenregeln auf das eigene Schreibprojekt an
Der Kompaktworkshop ist flexibel in drei Längen buchbar: 90, 120 oder 180 Minuten. Die längeren Formate bieten – je nach Gruppengröße – mehr Raum für intensiven Austausch, vertiefte Reflexion sowie eine detaillierte Situationsanalyse und den Praxistransfer.
Christian Steinau promovierte an der LMU München und war anschließend an einem internationalen Forschungszentrum für Wissenschaftskommunikation und Transfer tätig. Heute leitet er ein Forschungs- und Beratungsunternehmen an der Schnittstelle von Forschung, Daten und Kommunikation.
Ihn beschäftigt die Frage, was passiert, wenn generative KI nicht nur Abläufe beschleunigt, sondern die Art verändert, wie wir denken, forschen und bewerten. In einer aktuellen Studie untersucht er die Auswirkungen von KI auf die Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern – mit einem Befund, der vor allem eines ist: widersprüchlich. Was ihn dabei antreibt, ist weniger die nächste Anwendung als die Frage, welche Urteilskraft und welche Fantasie es braucht, um die neue Ära der Wissensarbeit sinnvoll zu gestalten. Mehr von Dr. Christian Steinau
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