fbpx

Nach der Einreichung der Dissertation ist noch lange nicht Schluss. Nach einer kleinen Verschnaufpause, in der die Gutachten verfasst werden, steht die Disputation an.

Beitrag aktualisiert am 27.11.2019

Der Disputationsvortrag – Eine Herausforderung für sich!

Hier findest Du einige Tipps, wie Du Deinen Disputationsvortrag gestalten kannst. Das ist schwierig wenn der Kopf so voll ist, dass man Wichtiges und Unwichtiges nicht mehr so gut voneinander trennen kann.

Was ist eine Disputation?

Die Disputation lat: Disputatio ist, wie der Name schon sagt, die Verteidigung der Dissertation. Bei den alten Griechen soll sie übrigens vor dem Verfassen der Dissertation gestanden haben, erst nach der Verteidigung war es die Arbeit wert, geschrieben zu werden. 

In der Regel besteht die Disputation aus einem Vortrag und einer Diskussion. Manche Promotionsordnungen sehen vor, dass die Disputation aus der Präsentation von Thesen besteht, die dann mit der Kommission einzeln diskutiert werden.

Der Disputationsvortrag ist oft eine Herausforderung für Promovierende, sie haben nämlich zwei, drei, vier, fünf Jahre (manche sogar noch länger) an ihrer Promotion gearbeitet und sind im wahrsten Sinne des Wortes Spezialisten/innen für ihr Promotionsthema und das angrenzende Forschungsfeld. Das führt zu einer Art Betriebsblindheit, die es unmöglich macht, das eigene Thema in 20 Minuten zu präsentieren.

Der Disputationsvortrag

Im Disputationsvortrag geht es nicht darum, den gesamten Promotionsprozess in einen Disputationsvortrag zu packen, sondern nur das, was wesentlich ist! Die eigene, mehrjährige Forschung in 20 Minuten zu packen, ist schlicht unmöglich und wenn man alles vortragen wollen würde, wäre man wahrscheinlich zwei Stunden damit beschäftigt, alles zu erklären. Also, was tun? Wie wählt man aus, was wichtig ist und was in den Vortrag soll?

Hilfreich ist es, sich vor der Konzeption des Vortrages einige Fragen zu stellen, um mit den Antworten herauszufinden, wie Du Deinen eigenen Disputationsvortrag gestalten kannst!

Warum habe ich geforscht?

Oft gab es zu Beginn der Forschung einen Anlass, genau dieses Thema zu wählen. Manchmal ist es ein biografischer Anlass, manchmal ein politischer Anlass oder es gab ökologische, bzw. ökonomische Gründe. Die Antwort darauf, warum Du dieses Thema gewählt hast und was der Auslöser für Deine Forschung war, könnte schon ein erster Satz zur Einleitung des Disputationsvortrags sein.

Was war der wissenschaftliche Ausgangspunkt?

Welche wissenschaftliche Relevanz gab es für das eigene Promotionsprojekt und was war der genaue Startpunkt? Gibt es dazu etwas Besonderes zu sagen? Vielleicht war es ja sogar, dass vor einigen Jahren, als Du Deine Forschung begonnen hattest, eine andere Ausgangslage? Gibt es dazu Wesentliches zu sagen?

Welche Fragestellung hatte ich und warum? 

Welche genaue Fragestellung hast Du verfolgt, welche „wissenschaftliche Relevanz“ hat Deine Arbeit? Wie bist Du auf Deine Fragestellung gekommen und warum war es wichtig, diese Frage zu beantworten? Welche Gründe hattest Du, genau diese Fragestellung zu wählen

Wie bin ich vorgegangen? 

Wie und warum hast Du die Untersuchung so und nicht anders konzipiert? Warum hast Du Deine Forschung genau so konzipiert, wie Du es getan hast? Was hat dazu geführt, dass Du Deinen Forschungsablauf genauso zusammengestellt hast? Welche Besonderheiten gab es in dem Untersuchungsfeld, welche Probleme gab es und wie hast Du sie gelöst?

Welche Mittel (Theorien, Methoden) habe ich benutzt, um zu einem Ergebnis zu kommen?

Warum hast Du bestimmte Theorien gewählt und was hat dazu geführt, dass Du bestimmte Methoden eingesetzt hast? Warum hast Du genau diese Methoden genommen und keine anderen? Wie wäre es gewesen, wenn Du eine andere Theorie, eine andere Methode zugrunde gelegt hättest?

Was sind meine wesentlichen Ergebnisse? Was ist neu? Was ist das Besondere daran?

Hier ist es wichtig, das eigene Ergebnis herauszustellen. Wie bist Du auf dieses Ergebnis gekommen, welche speziellen Merkmale hat Dein Ergebnis und was ist das Besondere an Deinem Ergebnis? Welche neuen Erkenntnisse hat Dein Ergebnis gebracht und worauf könnte die Forschung in Zukunft aufbauen?

Wie sind meine Ergebnisse in den wissenschaftlichen Kontext einzuordnen?

Welche Veränderungen ergeben sich durch Dein Ergebnis für die Wissenschaft? Was bedeuten Deine Ergebnisse für andere Forschungsfelder in Deiner Disziplin? Wie verzahnen sich Deine Ergebnisse mit bereits bestehenden Forschungen und welchen Bezug hat Dein Ergebnis zu Deinem, am Anfang der Dissertation vorgestellten, Forschungsstand?

Wie wirken sich meine Ergebnisse auf andere Forschungsfelder, andere Disziplinen aus?

Welche Bedeutung haben Deine Forschungsergebnisse für andere Projekte, andere Disziplinen bzw- Teil-Disziplinen? Wie wirken sie in andere Forschungsdisziplinen ein und verändern auch andere Forschungen? Suche zunächst in der Nähe deines Forschungsfeldes und dann in einem größeren Radius.

Was bedeuten die Ergebnisse für die Forschung in Deinem Fach?

Was verändert sich jetzt in der Forschung? Vielleicht müssen bereits bestehende Forschungsergebnisse durch Deine Forschung revidiert werden? Welche sind das und was bedeutet das?

Welcher weitere Forschungsbedarf ergibt sich?

Was ist jetzt neu? Und, möglicherweise hast Du es im Ausblick Deiner Dissertation schon formuliert, was wäre nun zu erforschen? Was würdest Du weiter erforschen, wenn Du Dein Thema weiter bearbeiten würdest? Vielleicht planst Du es ja sogar, zum Beispiel für eine Habilitation oder das „zweite Buch“.

Wenn Du all diese Fragen bei der Konzeption Deines Disputationsvortrages mitdenkst und möglicherweise auch in Deiner Präsentation beantwortest, wird es Dir leichter fallen, Deinen Vortrag zu erstellen, zu begründen und zu halten.

Du könntest auch im Bausteinprinzip folgende Elemente in einem Vortrag zusammenstellen:

Forschungsanlass/Ausgangslage der Dissertation.
Thesen oder Vorannahmen vor der Dissertation.
Fragestellung der Dissertation.
Weiterer Forschungsbedarf nach der Dissertation.
Ablauf der Untersuchung der Dissertation.
Theorien/Methoden der Dissertation.
Übertragbarkeit der Ergebnisse der Dissertation.
Überleitung zu einer wissenschaftlichen Diskussion mit den Promotionsgutachtern/innen.

Wichtig ist es, das Ziel des eigenen Disputationsvortrags zu definieren:

Verteidigung der Dissertation: Du „verteidigst“ und diskutierst Deine Dissertation vor und mit einem Expert/innen-Gremium. Das bedeutet, dass Deine Forschung begründet ist und aufzeigt, was neu an Deinem Forschungsprojekt ist, bzw. welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind. Ein bisschen zeigst Du auch, dass es sehr wichtig war, diese Forschung durchzuführen und so abzuschließen, wie Du es getan hast.

Begründung der Ergebnisse: Du zeigst, dass Du Deine Forschungsergebnisse und Argumente wissenschaftlich vertreten kannst. Du zeigst auf, wie wichtig es war, diese Forschung durchzuführen und zeigst, dass Du in der Promotion alles gelernt hast, was Du als zukünftige/r Doktor/in brauchst, nämlich wissenschaftliche Argumentation, Präsentation und Vermittlungskompetenz. Außerdem zeigst Du, dass Du fachlich auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand bist.

 

Bestätigung der Promotionsnote: 

Du bestätigst Deine Promotionsnote und verbesserst sie.
In der Disputation zeigst Du, dass Du Deine Promotionsnote verdienst, manchmal musst Du sogar zeigen, dass Du noch viel besser bist, als Deine bereits erhaltene Note. Im Prinzip kann sich in der Disputation Deine Note, zumindest nach den meisten Promotionsordnungen, nicht sehr stark verändern. Wenn Deine Gutachter zweimal die gleiche Note vergeben haben, ist es in der Regel fast unmöglich, diese Note noch zu verändern. Darum will ich Dir an dieser Stelle auch sagen, dass Du Dir vielleicht gar nicht so viele Sorgen machen musst.

Abschluss der Promotion:

Du schließt Deine Promotion ab! Die Disputation ist fast der letzte Teil einer Promotion. Du musst zwar Deine Promotion noch veröffentlichen, aber eigentlich ist das Meiste jetzt geschafft. Eine Disputation ist also eine Diskussion auf Augenhöhe mit den Gutachtern/innen, bzw. der Promotionskommission. Oft geht es gar nicht darum, die Promovierenden am Ende der Promotion zu „prüfen“. Ein Disputationsvortrag und die anschließende Diskussion können einfach auch ein Austausch zwischen Forschenden auf „Augenhöhe“ sein. Und – die Note steht ja aller meistens fest und lässt sich meistens weder durch eine besonders gute, noch durch eine besonders schlechte Disputation verändern!

Ich hoffe, dass ich Dir hier eine Anregung für die Konzeption Deines Disputationsvortrags geben konnte und habe zum Thema „Die Abschlussphase gestalten-die Promotionsprüfung bestehen“ ein umfassendes kostenpflichtiges E-Book mit vielen weiteren Materialien erstellt.

Programm „Die Abschlussphase gestalten – die Promotionsprüfung bestehen“ – Von der Einreichung der Dissertation bis zur erfolgreichen Disputation.
Bei diesem Programm bekommst Du Informationen, Arbeitsblätter und Checklisten, um die Abschlussphase Deiner Promotion vorzubereiten und die Verteidigung Deiner Doktorarbeit konkret zu planen. Du erfährst, wie eine Disputation abläuft und worauf Du achten solltest. Du lernst die Bausteine eines Promotionsvortrages kennen und bereitest den Vortrag und die Verteidigung Deiner Doktorarbeit vor. Dieses Programm ist eine Art Arbeitsmappe, die Dir eine übersichtliche Planung ermöglicht und Dich als Promovierende(n) in der Endphase Deiner Promotion bei der Finalisierung des umfangreichen Projekts unterstützt. Neben zahlreichen Informationen findest Du hier Übungen und Anleitungen, diese Phase zu strukturieren, die Disputation zu organisieren und letztendlich entspannt zu überstehen. Das Programm erhältst du als PDF und es kostet 25,00 €.
Hier bestellen – sofort downloaden!