FOMO in der Promotion: zurück zu Deinem eigenen Weg

FOMO in der Promotion: Warum Du Dich ständig mit anderen vergleichst und mit welchen fünf Schritten Du zurück zu Deinem eigenen Weg findest.

Fear of missing out bezeichnet das Gefühl, etwas zu verpassen. Es ist in der Schule da, im Studium und auch in der Promotion. Hier stelle ich verschiedene Formen von FOMO in der Promotion vor und gebe Tipps, wie Du damit umgehen kannst.

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FOMO in der Promotion: Was wirklich hilft

FOMO in der Promotion beginnt oft mit einer freundlichen Nachricht. Jemand hat eingereicht, jemand hat publiziert: einen Social-Media-Post mit vergnügten Menschen bei einer Konferenz, auf der Du auch gern wärst. Und bei aller Freude bleibt ein kleiner Stich. Warum bist Du eigentlich noch nicht so weit? Dieses Gefühl kennt fast jede Person, die promoviert.

Fachliches FOMO: Du musst nicht das ganze Feld kennen

Das erste FOMO ist das inhaltliche FOMO, das Gefühl des fachlichen Verpassens. Da ist das Paper, das alle gelesen haben, die Methode, die gerade alle nutzen, das Tool, von dem im Kolloquium alle sprechen. Kein Mensch überblickt das ganze Feld, auch Deine Betreuung nicht. Hilfreich ist die Unterscheidung in A-, B- und C-Literatur: Am Ende berufst Du Dich in Deiner Dissertation auf fünf oder sechs wirklich zentrale Texte. Bau Dir ein System für Dein Wissen, etwa in Notion oder Obsidian, und knüpfe Neues an das an, was Du schon hast. Und prüfe bei jedem Tool eine einzige Frage: Hilft es Deiner Arbeit heute?

Soziales FOMO: Wenige verlässliche Menschen genügen

Das zweite FOMO ist die Sorge, dass die wichtigen Dinge in informellen Gesprächen passieren, während Du im Homeoffice sitzt, die Kinder von der Kita abholst, Dich um andere kümmerst oder berufsbegleitend promovierst. Hier zählt Qualität vor Quantität. Du brauchst zwei oder drei Menschen, mit denen Du offen sprichst, auch über Zweifel. Verabrede feste Termine, geh aktiv ins Kolloquium und stell Deine Fragen. Und wenn der Austausch fehlt, gründe eine eigene Schreibgruppe oder komm zu Fokus-Promotion.

Sichtbarkeits-FOMO: Erst entsteht die Forschung, dann zeigst Du sie

Das dritte FOMO ist das Gefühl, nicht gesehen zu werden, während andere Vorträge halten und auf LinkedIn posten. Sichtbarkeit wächst über die Zeit, niemand ist von Anfang an omnipräsent. Deine Sichtbarkeit dient Deiner Arbeit, in dieser Reihenfolge. Wähle eine Konferenz, die zu Deinem Thema passt, und plane einen ersten kleinen Vortrag in einem geschützten Rahmen. Denk daran: Social Media zeigt die Erfolge, die abgelehnten Paper und die stillen Monate bleiben unsichtbar.

Vergleichs-FOMO: Dein Tempo gehört zu Deinen Bedingungen

Das vierte FOMO ist oft das schmerzhafteste. Andere kommen schneller und weiter voran, und leise kommt der Zweifel am eigenen Thema und am eigenen Tempo. Promotionswege verlaufen sehr unterschiedlich. Du bist nicht langsamer, Du promovierst unter Deinen Bedingungen. Leg eigene Meilensteine fest und triff bewusste Entscheidungen, statt aus Druck zu handeln. Wenn der Vergleich kommt, frag Dich: Was brauche ich für meinen nächsten Schritt?

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Lebens-FOMO: Niemand verfügt über 300 Prozent

Das fünfte FOMO ist das Gefühl, das eigene Leben zu verpassen, während Du am Wochenende an der Diss sitzt. Wer Promotion, Job und Familie gleichzeitig zu hundert Prozent geben will, rechnet mit 300 Prozent, die niemand hat. Setz Prioritäten und verteile Deine Kapazität bewusst. Plane feste Schreibzeiten und feste freie Zeiten. Das Leben findet während der Promotion statt, und genau das hält Dich gesund und stärkt Deine Arbeit.

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