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Regelmäßig Dranbleiben

Regelmäßig Dranbleiben

Regelmäßig Dranbleiben

Regelmäßig Dranbleiben! Job, Kinder, Projekte und dazu noch die Dissertation? Alles unter einen Hut kriegen und die Diss fällt hinten rüber? Kennst Du das? Dann solltest Du nicht nur nach Terminen suchen, zu denen Du möglichst lange an Deiner Dissertation arbeitest, sondern auch nach Zeiten, zu denen Du regelmäßig (am besten täglich) an Deiner Dissertation arbeitest.

Hast Du bestimmte Tage für die Arbeit an Deiner Promotion oder bist Du in der glücklichen Lage, jeden Tag an Deiner Dissertation zu schreiben?
Nicht alle Promovierenden können die Arbeit an der Dissertation in den Fokus stellen, denn sie sind durch Erwerbsarbeit, Projekte und/oder Sorge- bzw. Familienaufgaben oder anderes eingeschränkt. Manchen gelingt es, sich ein bis zwei Tage in der Woche für die Promotion freizuhalten. Beim Coaching von Promovierenden stelle ich dann fest, dass die Arbeit an der Dissertation trotz der getakteten Zeitpläne (oder gerade deswegen?) an diesen freigehaltenen Promotions-Arbeits-Tagen nicht die erwarteten Ergebnisse bringt.

Regelmäßig Dranbleiben„Das Gegenteil von Motivation ist meistens Freitags!“
Ist der rote Faden einmal aus den Augen verloren, wird die Gesamtheit des Promotionsprojekts bröckelig und dann verschwindet die Motivation – bis sie dann ganz weg ist. Und dann kommt eine typische Spirale in Gang, die viele Promovierende kennen und fürchten: Das „Anfangen“ wird von Mal zu Mal schwerer und Tätigkeiten, die allgemein als Prokrastination wahrgenommen werden, nehmen zu. Das wiederum schafft schlechte Laune und mindert die Lust, sich mit der Dissertation zu beschäftigen. Vor allem, weil man das Gefühl hat, nicht gut genug für eine Dissertation – und letztendlich für einen Doktortitel – zu sein.

Regelmäßigkeit schlägt Dauer!

Da hilft nur, neben den geblockten Schreibtagen eine Regelmäßigkeit in die Bearbeitung der Dissertation zu bringen. Gerade wenn zwischen den einzelnen Arbeitseinheiten viel Zeit vergeht, wird es immer schwerer wieder herein zu kommen. Zumal die Schreibtage bei vielen Promovierenden zulasten der eigenen Erholungszeit gehen.
Entscheidend ist weniger, dass Du immer sehr lange an Deiner Dissertation schreibst, sondern das Du es regelmäßig, am besten täglich, tust.
Natürlich sind lange, intensive Zeiten zum Schreiben der Doktorarbeit immer noch sehr wichtig und notwendig. Zusätzlich solltest Du versuchen, durch das regelmäßige Bearbeiten Deiner Dissertation immer auf dem aktuellen Stand – und motiviert zu sein. Also: Regelmäßig Dranbleiben!
Das Beste wäre, sich jeden Tag einen Zeitraum für die Dissertation zu reservieren. Von nichts kommt nichts! So unlösbar sich das vielleicht anhört, gibt es doch einige Ideen, wie Du Deine Dissertation mehr in Deinen Alltag bringst, auch wenn nicht jeden Tag Schreibtag ist.

Hier einige Tipps, für die regelmäßige Arbeit an der  Dissertation

Leg Deine Dissertations-Schreibtage an den Wochenanfang

Das wichtigste zuerst! Versuche Deine geblockten Dissertations-Schreibtage an den Wochenanfang zu legen. Dann hast Du wahrscheinlich die meiste Energie! Und nicht auf Tage, an denen Du von Deiner Erwerbsarbeit ausgepowert bist. Und wenn Du am Samstag oder Sonntag schon anfängst, dann hast Du sogar 3-4 Tage am Stück. Wenn Du nach der Arbeitswoche in Deine Promotionsarbeit startest, ist das Bedürfnis nach Erholung dann so hoch, dass eine Konzentration auf die Dissertation schwerfällt. Noch besser wäre es, die Tage so zu strukturieren, dass Du jeden Vormittag an Deiner Dissertation arbeiten kannst.

Schaffe Dir auch zwischendurch Freiräume für die Dissertation

Lass nicht zu viel Zeit zwischen den einzelnen Arbeitstagen oder Bearbeitungszeiträumen Deiner Dissertation vergehen. Die Zeit, die Du brauchst um Dich wieder zu erinnern, wo Du stehen geblieben bist und was Du mal wolltest, ist lang und Du verlierst den Anschluss. Auch wenn Du nicht jeden Tag hoch konzentriert an Deiner Dissertation arbeiten kannst, solltest Du die Arbeit an der Doktorarbeit so oft wie möglich in Deine Woche einbauen.

Öffne die Dissertation jeden Tag

Mach einmal am Tag Deine wichtigste Datei, bzw. die Datei, an der Du gerade arbeitest, auf. Jeden Tag, auch an den Tagen, die nicht Deine Schreibtage sind. Schau jeden Tag einmal herein! Wenn Du wenig Zeit hast, lies Dir durch, was Du als letztes geschrieben hast oder schaue Dir Deine Gliederung an – oder arbeite Deine spontanen Ideen aus dem Notizbuch (siehe nächster Tipp) ein. Wenn Du mehr Zeit hast, bearbeite einen kleinen Teil, erstelle eine To-Do-Liste und notiere neue Ideen. Wenn Dir beim Lesen etwas auffällt, notiere es direkt in der Datei und markiere es farbig, damit Du ein anderes Mal daran weiterarbeiten kannst – oder setze sie sofort um. Regelmäßig Dranbleiben ist vielleicht sogar wichtiger als lange dran zu bleiben!

Führe ein Notizbuch und nimm es überallhin mit

Bleib am Ball! Durch Regelmäßigkeit werden Deine konstruktiven Gedanken und Ideen zunehmen. Dann ist es wichtig, sie zu notieren. Lege Dir ein Notizbuch, z.B. ein Moleskine-Notizbuch und nimm es immer mit. Du kannst Dein Notizbuch auch virtuell mit Handy oder Tablet PC führen, zum Beispiel mit Evernote.

Installiere ein Tracking-System 🙂

Ein Tracking-System kennst Du vielleicht aus der Logistik. Wenn Du zum Beispiel ein Paket erwartest, kannst Du Dir per E-Mail anzeigen lassen, wo das Paket gerade ist, wann es welche Stationen passieren muss, und wann es ankommt. Mit einer Art Nachverfolgungssystem für Deine Dissertation erhältst Du einen Überblick über Deine einzelnen Kapitel und kannst immer sehen, was als nächstes zu tun ist. Ich habe hier mit der Übersichts-Schreib-Tabelle (letzte Datei auf der Seite) eine Idee für eine Art „Tracking-System für die Dissertation“ vorgeschlagen. Du musst es lediglich auf Deine Erfordernisse anpassen!

Deine To-Do`s kannst Du in kleine, bearbeitbare Schritte einteilen und gegebenenfalls auch zwischendurch abarbeiten. Wichtig ist, dass Du den Gesamtüberblick behältst und weißt, welche Aufgaben für Deine Dissertation als nächstes anstehen. Obwohl Du wahrscheinlich nicht weißt, wie viel Zeit Du für die einzelnen Aufgaben brauchst – es scheint, dass man im Endeffekt immer länger braucht als gedacht – kannst Du doch schon entscheiden, welche Aufgaben länger dauern und welche schnell erledigt sind. Vielleicht gelingt es Dir, dann auch kürzere Zeiten zu nutzen.

Hier kannst Du Deinen Übersichts-Schreibplan herunterladen:

Übersichts Schreib-Plan Coachingzonen-Wissenschaftpdf download

 

 

Nimm Dein Promotionsprojekt öfter in den Blick

In der Regel ist es so, dass eine Datei, ist sie erst einmal geschlossen, nicht weiter im Fokus der Aufmerksamkeit steht. So fällt es auch ziemlich leicht, das eigene Promotionsprojekt zu ignorieren. Natürlich geschieht das nicht absichtlich, sondern passiert, wenn dringende Angelegenheiten im Vordergrund stehen. Darum wäre hier mein Tipp, eine visuelle Erinnerung an die Dissertation gut sichtbar zu platzieren. Das kann ein Bildschirmschoner, eine ausgedruckte Gliederung an der Wand, ein Symbol auf dem Tisch, eine Erinnerung am Spiegel oder ein anderes, sichtbares Zeichen sein. Dabei würde ich empfehlen, darauf zu achten, dass es kein mahnender Zeigefinger ist, sondern etwas, was Du gerne ansiehst und Dir ein gutes, motivierendes Gefühl gibt.

To Go: Regelmäßig Dranbleiben

Hier die Essenz dieses Beitrags?

  • Meist ist nicht entscheidend, wie lange Du an Deiner Dissertation sitzt, sondern wie oft.
  • Die stetige, tägliche Arbeit an der Dissertation rückt die Diss in den gewünschten Fokus Deiner Aufmerksamkeit.
  • Du solltest versuchen, immer erst die Arbeit an der Dissertation zu schaffen und DANN erst andere Arbeit. Besser Montags als Freitags (oder sogar beides?)
  • Mit einer Übersichts-Schreib-Tabelle weißt Du jederzeit, was zu tun ist.
  • Nimm ein besonderes Notizbuch für Deine Ideen immer mit und notiere spontane Ideen sofort.

 

Bleib dran!

 

 

 

Fotos: Deposithphotos (Spirale: vectorguy – Beitragsbild/Foto: fulltimegypsy)

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