Home
Berufsbegleitend promovieren – 8 gute Tipps

Berufsbegleitend promovieren – 8 gute Tipps

Promotion und Beruf zu vereinbaren ist nicht leicht. Hier habe ich einige Tipps für die berufsbegleitende Promotion zusammengefasst.

8 Tipps für die berufsbegleitende Promotion.

Geht das eigentlich, berufstätig zu sein und gleichzeitig, neben dem Beruf zu promovieren? Viele Menschen, die nach ihrem Abschluss an der Universität oder der Fachhochschule direkt in den Beruf eingestiegen sind, stellen sich spätestens dann diese Frage, wenn sie entdecken, dass ihnen der Beruf alleine nicht reicht oder dass sie einen Doktortitel für die weitere Karriereleiter brauchen.
Ja, promovieren neben dem Beruf geht – und es gibt einige Tipps, die ich Dir hier mitgeben will.

Tipp 1: Berufsbegleitend promovieren – Schaffe Synergieeffekte.

Schaffe einen gegenseitigen Nutzen zwischen Beruf und Promotion, indem Du ein Promotionsthema wählst, das sich mit Deiner beruflichen Tätigkeit überschneidet oder ergänzt. Die Erfahrung zeigt, dass Du, wenn Dein Promotionsthema überhaupt nichts mit Deinem Berufsalltag zu tun hat, dauernd Deinen Flow unterbrichst. Und den brauchst Du unbedingt!!! Wenn eine zu große Lücke zwischen dem Promotionsthema und Deinem Berufsalltag klafft, musst Du Deine Gedanken an das Eine abschalten und Dich neu auf das Andere konzentrieren – und das kostet Kraft! Das kann zwar auch Vorteile haben, macht aber mehr Arbeit, was sich dann erfahrungsgemäß nachteilig auf die Promotionsdauer auswirkt.
Wenn sich Berufsinhalt und Promotionsthema überschneiden, kannst Du auch während Deiner „Arbeitszeit“ an Deiner Promotion arbeiten, Du kannst darüber nachdenken und kommst nach „Feierabend“ schnell zum Promotionsthema und kannst Deine Ideen umsetzen.

Extratipp: Überlege, ob Du Deinen Arbeitgeber informieren solltest (vielleicht profitiert er ja auch von Deiner Promotion?). Du darfst natürlich Deine Arbeitszeit und Deine Arbeitsmaterialien nicht zum Promovieren einsetzen. Du darfst auch keine beruflichen Daten, etc. nutzen – es sei denn, der Arbeitgeber stimmt zu. Wenn, dann lasse Dir eine schriftliche Bestätigung geben.

Manchmal entdecken Arbeitgeber, wie die Promotion ihrem Unternehmen nutzt. Es kann sogar sein, dass Du für das Promovieren freigestellt wirst, z.B. einen Arbeitstag in der Woche zur Promotion nutzen kannst. Auch das gibt es, vielleicht rennst Du ja auch offene Türen ein?

Tipp 2:

Berufsbegleitend promovieren – Schaffe Gewohnheiten.

Wenn Du mit dem Beruf und der Promotion zwei Arbeitsbereiche hast, die Dir wichtig sind, solltest Du beiden Bereichen genügend Raum geben. Der Beruf ist natürlich durch die Arbeitszeit geregelt. Zusätzlich solltest Du für Dich die Promotionsarbeitszeit regeln. Gut geht das, indem Du Dir überlegst, zu welchen Zeiten Du an Deiner Promotion arbeiten willst. Zum Beispiel könntest Du jeden Morgen eine Stunde früher anfangen und an Deiner Promotion arbeiten. Da eine Stunde wahrscheinlich zu kurz ist, solltest Du zusätzlich Zeit einplanen, beispielsweise einen oder zwei Abend/e in der Woche. Wichtig ist, dass Du Deine Promotionsarbeitszeit genauso in deinen Alltag integrierst, wie Deine Berufsarbeitszeit.

Tipp 3:

Berufsbegleitend promovieren – Nicht auf Kosten anderer! Sprich Dich ab.

Solltest Du nicht alleine sein, also einen Partner/in und sogar Kinder haben, ist die Promotionsentscheidung keine Entscheidung, die Du alleine treffen kannst. Eine Promotion neben dem Beruf ist ungefähr so einzuschätzen, als hättest Du zwei Berufe, oder mindestens anderthalb, denn das Promovieren (berufsbegleitend oder nicht) nimmt viel Zeit in Anspruch. Du bist auf Unterstützung angewiesen. Wenn Deine Umgebung nicht mit Deiner Entscheidung einverstanden ist, bzw. diese mit Dir gemeinsam trifft, wird es schwer sein, Zeit für das berufsbegleitende Promovieren zu erübrigen.

Extratipp: Plane gemeinsam in Deiner Partnerschaft und mit Deiner Familie, wie viel Zeit Du für Deine Promotion verwenden kannst. Plane gegebenenfalls auch, wie lange die Promotion dauern darf und was der Ertrag dieser Promotion für alle Beteiligten ist. Ohne Unterstützung wirst Du eine berufsbegleitende Promotion kaum schaffen, darum bitte um Unterstützung durch Partner, Freund/innen und Kollegen.

Tipp 4:

Berufsbegleitend promovieren – Bleib in Kontakt mit anderen Promovierenden.

Auch wenn „In Einsamkeit und Freiheit“ es vermuten lassen, promovieren als Einzelkämpfer ist kein Vorteil. Wenn Du promovierst, musst Du nicht für alles eine eigene Lösung neu erfinden. Darum ist es wichtig, dass Du auch von den Erfahrungen anderer Promovierender profitieren kannst. Networking mit anderen Promovierenden ist deswegen wichtig, weil Du auf kollegialem Wege erfahren kannst, wie das Promovieren geht oder welche Lösungen es für formale Vorgaben gibt. Du kannst mit ihnen wissenschaftliche Diskussionen führen und deren Ergebnisse in Deiner Dissertation verarbeiten.
Wissenschaftliche Kontexte unterscheiden sich von beruflichen Kontexten, genauso wie Du Kollegen und Kolleginnen in Deinem Beruf hast, brauchst Du Kollegen und Kolleginnen in der Promotion.
Promovierende können sich untereinander unterstützen, motivieren und austauschen.

Extratipp: Versuche auch Promovierende kennen zu lernen, die ebenfalls berufsbegleitend promovieren. Vielleicht kannst Du mit ihnen sogar ein Erfolgsteam bilden, indem Ihr Euch gegenseitig in Eurer besonderen Lage unterstützt, bzw. wenn auch andere in dieser besonderen Lage sind und die daraus entstehenden Probleme verstehen.

Tipp 5:

Berufsbegleitend promovieren – Nutze die Promotionsbetreuung.

Deine Promotionsbetreuung verfügt über die fachliche Expertise zu Deinem Promotionsthema. Darum ist es wichtig, sich regelmäßig fachlich beraten zu lassen, bzw. gemeinsam zu besprechen wohin Du Dich thematisch in Deiner Dissertation entwickelst. Ebenso wichtig ist es auch, regelmäßig das Doktorandenkolloquium zu besuchen und in regelmäßigen Abständen die eigene Arbeit dort zu präsentieren. So erfährst Du, ob Deine Forschung den Ansprüchen der Wissenschaft und auch der Promotionsbetreuung entspricht. Wenn es möglich ist, solltest Du Deiner Promotionsbetreuung auch das, was Du geschrieben hast, zum Beispiel ein Kapitel oder ein Unterkapitel, zu lesen geben. Das Feedback, das Du bekommst, ist wichtig für die weitere Entwicklung eines Promotionsthemas und für den Fortschritt Deiner Promotion.

Tipp 6:

Berufsbegleitend promovieren – Besuche Veranstaltungen der Hochschule.

In den meisten Universitäten und teilweise auch schon an den Fachhochschulen gibt es besondere Programme, zum Beispiel Graduiertenprogramme für Promovierende. Dort werden Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen für Promovierende in allen Phasen der Promotion angeboten. Nutze diese Angebote, denn einerseits erhältst Du Informationen und Orientierung für Deinen weiteren Promotionsprozess und andererseits kannst Du den Austausch mit anderen Promovierenden für Dich und Dein Promotionsprojekt nutzen.

Extratipp: Lass Dich beraten! Viele dieser Programme für Promovierende bieten auch eine Promotionsberatung an. Dort kannst Du auch als externe/r Promovierende/r diese Beratung in Anspruch nehmen.
Falls Du dort keine Beratung in Anspruch nehmen kannst, kannst Du Dich auch von einem professionellen Coach beraten lassen. Diese Beratungen sind keine fachlichen Beratungen, sondern betreffen die Organisation Deines Promotionsprozesses und die Professionalisierung Deiner Arbeitssystematik. Wissenschaftscoaching findest Du hier: Netzwerk Wissenschaftscoaching

Tipp 7:

Berufsbegleitend promovieren – Nutze Ressourcen.

Eine Promotion neben dem Beruf ist erfahrungsgemäß nicht leicht. Wegen der vielfältigen Arbeitsanforderungen mehrerer Tätigkeitsfelder dauert eine berufsbegleitende Promotion länger. Daher ist es wichtig, dass Du von Anfang an Ressourcen nutzt, die sich Dir anbieten.
Es gibt Arbeit, die Du in Deiner Promotion auslagern kannst. Das betrifft einzelne Recherchetätigkeiten, Kopiertätigkeiten, Transkriptionen und Lektorat.
Nutze Ressourcen, aber achte darauf, dass Du selber Deine Arbeit schreibst!
Ghostwriting von Dissertationen ist verboten und Du musst peinlichst genau darauf achten, die Anforderungen Deiner Promotionsordnung zu erfüllen. Achte also darauf, dass niemand für Dich die inhaltliche Arbeit an Deiner Dissertation übernimmt!
„Ressourcen nutzen“ könnte auch das Angebot sein, Deine Kinder zu hüten oder Dich dabei zu unterstützen, Deine Wohnung zu putzen, Dein Auto zu reparieren oder für Dich Bücher aus der Unibibliothek abzuholen.

Tipp 8:

Berufsbegleitend promovieren – Mach auch mal frei!

Eine berufsbegleitende Promotion kannst Du nicht schaffen, wenn Du Dich nicht regelmäßig erholst. Also: Nimm Dir frei, mache einmal Urlaub.
Es ist generell schwierig, Freizeit und Promotionszeit zu trennen, denn die wenigsten Leute können einfach so ihren Kopf abschalten. Darum ist es wichtig, auch mal ohne Bücher in den Urlaub zu fahren oder aktiv die Freizeit zu planen.
So kannst Du Deine Batterien aufladen, um die Anstrengung der Doppel- und Dreifachbelastungen zu bewältigen!

header-button

Brauchst Du weitere Unterstützung für Deine Disputation? Hier kommst Du zum Coaching E-Book „Die Abschlussphase gestalten – die Promotionsprüfung bestehen“.
Mit einem Klick auf das Bild links erhältst Du weitere Informationen zum Produkt.