Berufsbegleitend Promovieren: Regina hats geschafft

 

Dr. Regina Weber ist nach insgesamt acht Jahren im Beruf als Postdoc in die Wissenschaft zurückgekehrt. Reginas Forschungsschwerpunkte an der Hochschule Rhein-Waal (Kleve) sind politische Soziologie, Identität und politische Partizipation. Momentan führt sie Interviews mit Fußballfans.

Zurzeit ist Dr. Regina Weber im Rahmen eines Forschungsprojekts für vier Monate Feldforschung unterwegs. In vier Städten werden Fußballfans interviewt und sie bleibt in jeder Stadt einen Monat lang. Während unseres Interviews ist sie in Innsbruck.

Berufsbegleitend promovieren.

Regina Weber hat zwei Jahre nach Studium und Berufseinstieg ihre Idee von der Promotion umsetzen können und berufsbegleitend promoviert. Ihre Dissertation zum Thema politische Partizipation und Parteien hat Regina 2017 im Fach Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen eingereicht.

Sie hat promoviert, während sie außerhalb der Wissenschaft beruflich tätig war. Die Promotion hat sie bis zum Ende mit einer parallelen Berufstätigkeit durchgeführt. Zwei Jahre nach ihrem Studienabschluss hat sie mit der Promotion begonnen. Die Idee dazu kam ihr zum ersten Mal während ihrer Magisterarbeit.

Nach dem Studienabschluss ist Regina statt in die Wissenschaft zunächst in den Beruf gegangen. Obwohl sie sich zu dieser Zeit schon für eine Promotion interessierte, schien ihr der Weg in eine Berufstätigkeit außerhalb der Wissenschaft weniger prekär.

Im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit hatte Dr. Regina Weber einen guten Kontakt zur Wissenschaft und konnte sich in Gesprächen über das Thema Promotion informieren.

Regina Weber hatte zu dieser Zeit schon eine Idee für ein politikwissenschaftliches Promotionsthema. Im Job und im Kontakt zu Wissenschaftler*innen manifestierte sich der Gedanke einer Promotion

Während dieser Zeit befand Regina sich in einer Lebenssituation, in der eine Promotion möglich schien. Zudem fand sie recht schnell eine gute Promotionsbetreuung, mit der ihr eine Promotion möglich schien. In der Zeit vor der Promotion hatte sie bereits die Gelegenheit, ein Exposee für die Promotion zu entwickeln, dass sie der potenziellen Promotionsbetreuung vorlegen konnte.

Für den Erfolg ihrer berufsbegleitenden Promotion sieht Regina unterschiedliche Bedingungen bzw. Voraussetzungen:

1. Der Arbeitgeber spielt in irgendeiner Weise mit, beispielsweise durch einen Freiraum zur Promotion wie die Möglichkeit flexibler Arbeitszeiten, die flexible Handhabung des Bildungsurlaubs, der für die Promotion genutzt werden kann oder auch ein Sabbatical.

2. Die Promotionsbetreuung betreut aktiv und bindet auch externe Promovierende an. Das bedeutet auch, Kolloquien so zu bündeln, dass auch externe Promovierende teilnehmen können oder verbindliche Absprachen.

3. Die private Lebenssituation ermöglicht zeitliche Ressourcen zur Promotion und das private Umfeld zieht mit.

4. Die Netzwerke in die Hochschule sind wichtig und müssen genutzt werden, auch wenn das bedeutet, auf Freizeit oder Urlaub zu verzichten. Beispielsweise kann ein Mentoring-Programm für Doktorand*innen Entwicklungspotenzial bieten und Netzwerke fördern.

Synergie-Effekte zwischen Beruf und der Promotion findet Regina nicht unbedingt wichtig. Durch die klare Trennung zwischen Arbeit und Promotion konnte sie ihre Tätigkeiten gut abgrenzen und bewusst für die Promotion arbeiten.

Reginas Tipp

Damit die berufsbegleitende Promotion erfolgreich bewältigt werden kann, sollten Promovierende sich einen klaren Plan machen, der idealerweise mit der beruflichen Tätigkeit vereinbar ist. Regina konnte das, indem sie morgens vor der Arbeit bereits für ihre Promotion gearbeitet hat. Beispielsweise erleichtert eine flexible Arbeitszeit diese Vereinbarkeit mit der Promotion.

 

Berufsbegleitend Promovieren: Dr. Regina Weber

von Coachingzonen Podcast | Episode 9