dissliebe

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Bis zum 12.02.2024 kannst Du mir einen Liebesbrief an Deine Dissertation schicken.

Zum Dank verlose ich unter allen Einsendungen Mitgliedschaften von Fokus-Promotion, Promotions-Survival-Packs mit Coachingkarten und noch einige #dissliebe-Postkarten.

Schick Deinen Brief per eine Mail mit Deinem Namen und Promotionsfach an office@coachingzonen.de 

Was es ist

(von Kerstin, frei nach Erich Fried)
Es ist Unsinn, sagt der erste Entwurf
Es ist nichts als Schmerz, sagen Rücken, Schultern und Kopf
Es ist aussichtslos, sagt der Blick auf die ToDo-Liste
Es ist lächerlich, sagt die innere Kritikerin
Es ist nicht mal ausreichend für „rite“, sagt die Angst
Es ist leichtsinnig, sagen das Konto und die Rentenversicherung
Es ist unmöglich, sagt der Zeitplan
Es ist Einsamkeit, sagt der Schreibtisch
Es ist unvereinbar, sagt die Familie
Es ist der Titel, sagt das Ego
Es ist herausfordernd, sagt die Methode
Es ist nicht oberste Priorität, sagt die Prokrastination
Es ist nicht bewältigbar, sagt die Krise
Es ist schon besser, sagt die Überarbeitung
Es ist Wachstum, sagt die Erfahrung
Es ist stärkend, sagt die Persönlichkeit
Es ist sinnstiftend, sagt das Thema
Es ist unerforscht, sagt der Forschungsstand
Es ist ein Abenteuer, sagt die Neugier
Es ist Gemeinschaft, sagen Kolloquium, Schreibräume und Mitstreiter*innen
Es ist eine Wette auf die Zukunft, sagt die Hoffnung
Es ist ein Fest, sagt das Gehirn
Es ist Freiheit, sagt der Geist
Es ist schon ganz passabel, sagt die Doktormutter
Es ist auf dem Weg zu „summa“, sagt die Euphorie
Es ist Freude, sagt der Flow
Es ist Erfüllung, sagt die Sinnfrage
Es ist was es ist, sagt die Liebe

Valentinstag: Eine besondere Perspektive auf die Dissertation

2020 habe ich das erste Mal gefragt, was Promovierende an ihrer Dissertation lieben.

Die Frage habe ich gestellt, weil mir aufgefallen ist, dass viele Promovierende hervorragend darüber Bescheid wissen, was an der Dissertation nicht gut ist und was ihnen nicht gefällt. Das betrifft die Inhalte der Dissertation genauso wie die Kontexte, in denen promoviert wird.

Dissliebe: Was ich an meiner Dissertation mag

Trotz der offensichtlichen Herausforderungen sehen viele Promovierende ihre Dissertation als Chance für persönliches Wachstum und Entwicklung. Daher ist es sinnvoll, sich zu fragen, was Dir an Deiner Dissertation gefällt. Diese positive Reflexion hilft Dir, eine motivierende und wertschätzende Haltung gegenüber Deiner eigenen Forschungsarbeit beizubehalten.

Das war Dissliebe 2021–2023

Hier kannst Du einige Liebesbriefe an die Dissertation lesen. Und wenn Du auch einen Liebesbrief an Deine Dissertation schreiben magst, dann schick ihn mir!

Lies Dir hier die Liebesbriefe vergangener Jahre durch:

dissliebe2021
dissliebe2022
dissliebe2023

 Wer fragt, bekommt eine Antwort

Die Antworten auf die Frage: „Was liebst Du in Deiner Dissertation“ waren dann doch überwiegend positiv und haben mich teilweise sehr berührt. Natürlich gab es auch einige Promovierende, die geschrieben haben, dass sie an ihrer Dissertation nichts genauer gesagt nichts mehr lieben. Ja klar, das gibt es auch und vielleicht ist das auch ein Zeichen dafür, die Dissertation nun endlich abzuschließen – weil 100 % Zufriedenheit sind in der Promotion ohnehin nicht machbar. Und logischerweise hat das „weniger-freundschaftliche“ Verhältnis zur Dissertation auch was mit Enttäuschungen zu tun, mit Plänen, die nicht funktioniert haben, mit fehlender oder konfliktträchtiger Promotionsbetreuung oder schwierigen Bedingungen in der Wissenschaft und den meist düsteren Karriereperspektiven.

Etwas ist immer gut an der Dissertation

Ich möchte hier aber besonders denjenigen eine Stimme geben, die einen liebevollen Blick auf ihre Dissertation geben konnten, auch weil sie für mich und hoffentlich auch für andere Quelle der Inspiration sind.

Freiräume und Wachstum

„Ich liebe an meiner Diss, dass sie mir Freiräume gibt und mich wachsen lässt. Und dass sie dabei nicht selten ihre ganz eigenen Wege geht. Und dass sie auf Valentinstage und Ähnliches nichts gibt.“

Eigene Kompetenzen und die Lust erleben

„Die zwei Wochen im Sommer meiner Abschlussphase, die ich an der Ostsee ohne Internet verbracht und das ganze Ding ziemlich komplett umgeschrieben habe. Von acht bis drei geschrieben, dann an den Strand gefahren bis zum Sonnenuntergang.“

Sich immer in den Fokus rücken

Also ich liebe an meiner Dissertation, dass sie mit Kleinigkeiten gewitzt Aufmerksamkeit erhascht, wenn ich die Welt vergessen möchte, dass sie sich interessiert anschmiegt, sobald ich ihr etwas vorlese oder aufschreibe und dass sie stets treu zur Seite ist, selbst wenn ich ohne Lust bin ;)“

Neue Erkenntnisse

„Ich liebe an meiner Diss, dass ich inzwischen vieles besser verstehe, was ich vorher nicht verstanden habe und dass nun weiterhin einige Fragen offen sind, die ich in der Diss nie beantworten werde, nie beantworten kann.“

Nicht für die Bücher, sondern fürs Leben

„Ich liebe mein (neues) Thema! Auch, dass meine Diss interdisziplinäre Züge hat und Gespräche auf vielen Ebenen ermöglicht. Durch den Methodenmix und Interviews habe ich auch nicht das Gefühl Forschung für – und aus dem Elfenbeinturm zu machen.“

Begegnungen und Rollen-Diversität

„Die Begegnungen und den Austausch mit Interviewpartner*innen und anderen Wissenschaftler*innen, die wunderschönen Momente, wo alles plötzlich zusammenpasst und endlich Sinn ergibt, die schöne Erkenntnis, dass man gleichzeitig die fleißigste Ameise und die faulste Königin sein kann.“

Entwicklungsmöglichkeiten

„Ich darf mit meiner Dissertation neue Sachen lernen und mich voll mit einem Thema beschäftigen.“

„Ich mag an meiner Dissertation, dass bei ihr noch alle Möglichkeiten offen sind!“

 Zum Ende kommen

„… dass sie hoffentlich bald fertig ist.“

„Ich mag an meiner Diss, dass sie abgeschlossen und gestern in Buchform eingetrudelt ist.“

„Ich mag an meiner Diss, dass das Ende langsam absehbar ist (Erstversion ist in der Feedbackschleife bei Betreuern).“

„Dass sie bald fertig ist.“

Perspektivenwechsel

„Ich mag an meiner Diss, dass sie dafür sorgt, dass meine Wohnung so sauber ist (Spaß?) – ich hinterfrage Dank der Dissertation mich und eigentlich alles immer wieder und das führt mich zu neuen Perspektiven auf mich und die Gesellschaft.“

Vermittlung und Verantwortung

„Ich mag an meiner Diss, dass sie neues Licht auf eine Gruppe von Menschen und eine Zeit wirft, die komplexer war als die Geschichtsschreibung sie darstellt.“

„Ich mag an meiner Diss, dass sie den Fokus von viel untersuchten Räumen auf die Peripherie verschiebt und Zusammenhänge in Erscheinung treten lässt, die bis jetzt in der Geschichtsschreibung bisher nicht artikuliert worden sind.“

Selbstwirksamkeit

„Ich mag an meiner Diss, dass sie mir (obwohl auf den letzten Meter) immer noch Freude macht und mein Selbstwertgefühl pusht.“

Vernetzung

„Und dass sie mir trotz aller Heraus- und Überforderungen Türen öffnet.“

„Ich mag an meiner Diss, dass ich durch sie so viele tolle Menschen kennen lernen darf!“

„Sie ist die Kraft meiner Seele“

Danke auch für diese besondere Antwort. Insgesamt haben mich die meisten Antworten sehr berührt und neuerdings freue ich mich auf den Valentinstag, weil ich nächsten Valentinstag diese Frage wieder stellen werde.

Promotionscoaching

Im Promotionscoaching begleiten wir Promovierende und helfen ihnen, Lösungen zu sehen, indem wir einen Wechsel der Perspektive ermöglichen.
Und nicht nur im Promotionscoaching sollten Promovierende sich die Frage stellen, was sie an ihrer Dissertation mögen. Wer promoviert, sollte sich jeden Tag einmal eine Antwort auf die Frage: „was liebst Du an Deiner Dissertation“, stellen. Ja klar, manchmal kann man nur sagen, dass man genervt ist und seine Dissertation am liebsten auf den Mond schießen würde. Aber an vier von sieben Tagen sollte man schon eine positive Antwort finden.
Coachingkarten