Wissenschaftsmanagement_Beruf

Wissenschaftsmanagement ist ein Begriff, den ich auch am Promotionscoaching häufiger höre. Nämlich immer dann, wenn es um Karriereperspektiven nach der Promotion geht, ist Wissenschaftsmanagement eine Option. Darum habe ich mich sehr gefreut, als dieses Buch erschienen ist, weil es viele Informationen, Tipps und Strategien für alle, die diesen Beruf anstreben, enthält.

Beruf: Wissenschaftsmanagement 

Darum möchte ich das Buch vorstellen, dass ich kürzlich gelesen habe: Müller, Mirjam; Grewe, Oliver (2020) Wissenschaftsmanagement als Beruf. Strategien für den Einstieg. Campus Verlag. 

Die Anzahl der Stellen als Wissenschaftsmanager:in im sogenannten „Third-Space“, also dem Bereich zwischen Forschung und Verwaltung sind enorm gestiegen. Das Wissenschaftssystem hat sich geändert, aus staatlich regulierten Hochschulen sind mit der Änderung des Hochschulrahmengesetzes 1998, Unternehmen geworden, die im (internationalen) Wettbewerb autonom handeln müssen. Beschäftigte im Wissenschaftsmanagement organisieren, steuern und gestalten die entsprechenden Prozesse in Hochschulen. Dazu gehören beispielsweise die Forschungsförderung, die Personalentwicklung, die Studienberatung oder das Controlling. Auch außerhalb der Hochschulen werden diese Aufgaben wahrgenommen, beispielsweise in Begabtenförderwerken, in Akademien oder Stifterverbänden. Auch in der Politik findet man Wissenschaftsmanager:innen, beispielsweise in Behörden oder Ministerien.

Wissenschaftsmanagement als Beruf: Strategien für den Einstieg

Das Buch besteht im Großen und Ganzen aus vier Teilen, die unten ausführlicher vorgestellt werden. Hier ein kurzer Überblick: Der erste Teil „Arbeitswelt Wissenschaftsmanagement“ beschreibt die Tätigkeitsbereiche, Arbeitsbedingungen und Karrierewege, die im Wissenschaftsmanagement möglich sind.

Der zweite Teil beschreibt den Einstieg von der Entscheidung bis zum Erreichen des Ziels in verschiedenen Etappen im Wissenschaftsmanagement. Dabei werden Hilfestellungen auf dem Weg ins Wissenschaftsmanagement gegeben, etwa welche Schritte in den jeweiligen Etappen gegangen werden müssen. Dazu gibt es hilfreiche Tipps und Handlungsvorschläge, auch was Strategien, Netzwerke und Vorgehensweisen betrifft.

Der dritte Teil ist der Bewerbungsteil. Hier wird vertieft auf den Prozess von der Recherche der Stellenanzeigen bis zum erfolgreichen Vorstellungsgespräch eingegangen.

Der vierte Teil des Buches geht auf die ersten 100 Tage im Job ein. Das Wissenschaftsmanagement bietet ja für viele Wissenschaftler:innen bzw. Forscher:innen einen grundlegenden Perspektivenwechsel, denn in diesem Bereich müssen unterschiedliche Akteure mitgedacht werden. Außerdem gibt es beispielsweise „ungeschriebene Regeln“ (S. 180) auf die der Autor, die Autorin eingehen.

Der Anhang des Buches enthält viele Informationen zum Wissenschaftsmanagement, allgemeine Literaturhinweise, Empfehlungen für Ratgeber, hilfreiche Zeitschriften und Links, die zur Entscheidungsfindung und Vorbereitung auf eine Berufstätigkeit/Karriere im Wissenschaftsmanagement hilfreich sind.

Müller, Mirjam; Grewe, Oliver (2020) Wissenschaftsmanagement als Beruf. Strategien für den Einstieg. Campus Verlag. 

Zum Weiterlesen: Karriereplanung: https://coachingzonen-wissenschaft.de/karriereplanung/

Arbeitswelt Wissenschaftsmanagement

In diesem Teil geht es um die Entscheidungsfindung der Leser und Leserinnen entlang der Frage, ob sie eine Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement ausüben möchten. Dazu muss man wissen, dass Wissenschaftsmanagement nicht gleich Wissenschaftsmanagement ist, denn dieses Berufsfeld enthält vielfältige, unterschiedliche Tätigkeiten, ob es beispielsweise Servicefunktionen, Beratungsfunktionen, Controlling oder Management sind.

Es werden unterschiedliche Tätigkeitsfelder im Wissenschaftsmanagement näher beschrieben, z. B.z.B. werden auch Tätigkeiten als Referentin/ Referent in Stiftungen oder hochschulpolitischen Einrichtungen vorgestellt. Auch die Berufstätigkeit im Forschungsförderungsmanagement, im Qualitätsmanagement oder der Hochschuldidaktik und der Studienberatung werden als Arbeitsbereiche vorgestellt.

Deutlich wird in diesem Teil, dass Bewerber und Bewerberinnen sich mit den angestrebten Tätigkeitsfeldern auseinandergesetzt haben müssen und idealerweise bereits Vorerfahrungen mitbringen sollten. Vorerfahrungen können in der Regel Kenntnisse aktueller hochschulpolitischer Diskussionen sein, vielleicht sogar Erfahrungen als studentische oder wissenschaftliche Hilfskräfte in den jeweiligen Bereichen.

Es können aber auch Erfahrungen in der Forschung zu den einzelnen Bereichen sein. Lehrerfahrungen oder technische Kenntnisse oder aber auch entsprechende Kompetenzen, die zum Teil in Weiterbildungen in- und außerhalb der Hochschulen erworben sein können, wie zum Beispiel Beratungs- oder Moderationserfahrungen sind bei der Bewerbung für eine Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement von Vorteil.

Deutlich wird in diesem Teil des Buches, welche Entscheidungen getroffen werden müssen und wie der Weg dahin ist. Es werden beispielsweise auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen vorgestellt etwa, wie Wissenschaftsmanagement auch in Behörden stattfindet.

Hilfreich ist es, dass die einzelnen Vorerfahrungen, die Bewerber und Bewerberinnen mitbringen müssen, beschrieben werden. Hier sind sicher auch die Erfahrungen wichtig, die Wissenschaftler:innen haben, im Projektmanagement oder Erfahrungen im Verfassen von wissenschaftlichen, aber auch von nicht wissenschaftlichen Texten. Ebenfalls Erfahrungen in der Gremienarbeit, in der Betreuung von Studierenden oder Erfahrungen in der Einwerbung von Drittmitteln. Das sind alles Erfahrungen, die in der Promotion gemacht werden können, aber es ist auch von Vorteil, über Erfahrungen zu verfügen, die nichts mit wissenschaftlichem Arbeiten zu tun haben, wie betriebswirtschaftliche Kenntnisse, fachliche Hintergründe zur Personalentwicklung oder Weiterbildung, Erfahrung im Marketing, Erfahrung in der Ausstellungskonzeption usw. usw.

Für Promovierende, die eine Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement anstreben, ist dieser Teil des Buches äußerst hilfreich, denn so können bereits früh die Weichen für eine spätere Berufstätigkeit im Wissenschaftsmanagement gestellt werden.

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Der Weg ins Wissenschaftsmanagement:

Von Seite 95-159 Stellen der Autor, die Autorin den Weg ins Wissenschaftsmanagement als Reise in fünf Etappen vor. Dieser Teil ist explizit als Arbeitsteil beschrieben und es ist von Vorteil, spätestens jetzt Stift und Notizblock bereitzulegen. Eine gute Übersicht über die Etappen bietet die Tabelle auf Seite 100. Sie gibt einen Überblick darüber, was die potenziellen Bewerber innen brauchen, welche Schritte sie gehen müssen, wie sie sich orientieren und gegebenenfalls auch, welche Abkürzungen, zum Beispiel individuelles Coaching, Netzwerke, Fortbildungen es in den jeweiligen Etappen gibt.

In Etappe 1: „Information und Selbstreflexion“ geht es zunächst darum, sich einen Überblick das Feld Wissenschaftsmanagement zu verschaffen und das mit eigenen Entscheidungen und Zielen abzugleichen. „Wo stehe ich jetzt und wo will ich hin“, ist der Arbeitsschritt, den man in diesem Arbeitsblock machen kann. Dabei wird konkret beschrieben, was genau zu tun ist. Eine Analyse, bzw. eine Bestandsaufnahme der eigenen Kompetenzen ist der Ausgangspunkt für den Plan und die konkreten Handlungen, die die Lesenden in diesem Teil vornehmen.

In der zweiten Etappe: „Netzwerke und Institutionen kennenlernen“, soll eine konkrete Vorstellung von dem zukünftigen Beruf gemacht werden und umsetzbare Aufgaben formuliert werden. Dabei geht es um Recherchen von individuell passenden Arbeitgeber:innen im Wissenschaftsmanagement, sowie um die strategische Recherche und später um die Bildung von hilfreichen Netzwerken, die man in diesem Bereich braucht. Hilfreich an dem Buch ist, dass für jedes der vorgeschlagenen Teilziele ein eigener „Fahrplan“ entwickelt wird.

Dabei werden einzelne Schritte vorgestellt. Der Autor, die Autorin geben konkrete Handlungsideen wie beispielsweise, das Abonnieren von bestimmten Newslettern, Recherche von Institutionen inklusive deren Werten und Zielen. Hier geht es darum, was konkret zu unternehmen ist und welche Tipps dabei helfen.

Etappe 3: „Bewerben und weitere Vernetzung“, beschreibt den Kontaktaufbau und den Bewerbungsprozess, der dann später im dritten Teil des Buches noch konkreter beleuchtet wird. Hier geht es im Wesentlichen um Recherchen von Stellenangeboten und den Kontaktaufbau zu den jeweiligen Organisationen. Es werden konkrete Tipps und Beispiele gegeben, die bei der Orientierung helfen.

Etappe 4: „Der Einstieg“, analysiert Stellenausschreibungen und lädt ein, die infrage kommenden Institution mit einer Lupe zu betrachten. Dabei geht es darum, für jede dieser Institutionen die Aufstiegsmöglichkeiten anzuschauen und zu prüfen, ob die Werte der Institutionen zu den eigenen Vorstellungen passen.

In Etappe 5: „Den eigenen Weg gestalten“ geht es darum, den Weg vom Einstieg zum erfolgreichen Ziel, bzw. einer erfolgreichen Karriereplanung zu gestalten. Dieser Teil lädt ein, sich mit den eigenen Zielen und der eigenen Motivation auseinanderzusetzen und ein Karriereweg im Wissenschaftsmanagement konkret zu planen. Hilfreiche Fragen werden gestellt und der Leser bzw. die Leserin zur Beantwortung eingeladen.

Bewerbung Wissenschaftsmanagement 

In diesem Teil des Buches wird in darauf eingegangen, wie Bewerber:innen strategisch ein Bewerbungsverfahren planen – und sich darauf vorbereiten können. Es gibt konkrete Tipps, wie Bewerber:innen Stellenangebote finden und analysieren können. Dabei wird darauf eingegangen, wie vorhandene Qualifikation für das Wissenschaftsmanagement gerahmt werden können und wie das Vorstellungsgespräch vorbereitet wird.

Im Wesentlichen ist im Vorstellungsgespräch für Arbeitgeber:innen  von Interesse, ob die potenziellen neuen Mitarbeiter Ihnen zugewiesene Aufgaben selbstständig und mit gutem Ergebnis übernehmen können und ob sie über soziale Kompetenzen verfügen, mit den jeweiligen Kooperationspartnern Kund:innen Bewerberinnen kommunizieren können.

Hier wird auch darauf hingewiesen, dass im Bewerbungsgespräch deutlich werden soll, dass die Tätigkeit im Wissenschaftsmanagement kein B ist, weil Plan A (Wissenschaft) nicht funktioniert hat.

Ein wichtiger Hinweis ist, in Vorstellungsgesprächen zu begründen, dass die Entscheidung für das Wissenschaftsmanagement bewusst getroffen wurde.

Hilfreich ist auch, dass auf Fragen der potenziellen Arbeitgeber:innen vorbereitet wird, zum Beispiel auf die Frage nach der Motivation. Die Autorin der Autor begründen, warum die Arbeitgeber:innen diese Fragen stellen. Das hilft den Lesenden dieses Buches, ihre eigenen Antworten auf potenzielle Fragen im Vorhinein gut zu formulieren.

Dieser Teil des Buches kann insgesamt als praktisches „Workbook“ verstanden werden.

Erste 100 Tage im Wissenschaftsmanagement

Das vierte Kapitel unterstützt beim Einstieg in den Job im Wissenschaftsmanagement, denn der Perspektivwechsel von der Wissenschaft ins Wissenschaftsmanagement ist gewaltig. Außerdem fangen auch erfahrene Postdocs in diesem Bereich wieder ganz von vorne an.

Dieses Kapitel beschreibt Abläufe und Strukturen des Hochschulmanagements. Die Lesenden erhalten hier eine Anleitung, wie sie die ersten 100 Tage meistern und auch Führungsrollen wahrnehmen können.

Es geht auch ein bisschen darum, wie man sich am Anfang in bestimmten Situationen verhalten kann. Schließlich ist das auch für erfahrene Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ein Neubeginn und die Spielregeln im Wissenschaftsmanagement sind andere als in der Forschung. Vor allem ist es wichtig, zu kooperieren, zu kommunizieren und nach allen Seiten offen zu sein, ohne das Ziel der Organisation/Institution aus dem Blick zu verlieren.

Das Thema Weiterbildung und Profilbildung wird angesprochen, denn die eigenen Karrierepfade müssen selbst entwickelt und gestaltet und umgesetzt werden. Hier wir hilfreiche Tipps und Impulse, sich in diesem Beruf zu entwickeln.

Kaufen/Leihen und lesen!

Zielgruppe des Buches sind alle, die eine Karriere im Wissenschaftsmanagement zum Ziel haben, entweder nach Masterabschluss oder nach der Promotion oder sogar als Quereinsteiger:innen in der Postdoc-Phase. Hier wird das Wissenschaftsmanagement als „Landschaft an Möglichkeiten“ (S. 206) vorgestellt. Allerdings ist auch klar, dass der Anfang des Weges in dieser Landschaft oft aus befristeten Stellen besteht, die zum Teil sogar aus Elternzeitvertretungen bestehen. Hat man als Wissenschaftler:in diesen Weg einmal eingeschlagen, gibt es häufig kein Zurück in die Wissenschaft. Ein wichtiger Hinweis ist es, den Weg ins Wissenschaftsmanagement möglichst früh zu entscheiden und nicht als Plan B zu betrachten, etwa als Weg, den man einschlägt, wenn der Verbleib in der Wissenschaft nicht geklappt hat.

Ich habe mir beim Lesen des Buches Gedanken darüber gemacht, ob der Weg ins Wissenschaftsmanagement eigentlich so offen ist? Ist es ein Weg für diejenigen, die als „erste Generation“ an die Hochschulen gekommen sind? Personen im Wissenschaftsmanagement müssen über ein souveränes Auftreten verfügen und sollten, das ist mir beim Lesen des Buchs aufgefallen, keine Unsicherheiten zeigen. Darum finde ich es eine gute Idee, sich diese Karriereoption recht früh zu überlegen und darauf hin zu arbeiten.

Müller, Mirjam; Grewe, Oliver (2020) Wissenschaftsmanagement als Beruf. Strategien für den Einstieg. Campus Verlag. Link zu Amazon (Afilliatelink)

Link zu Scheuermann (Buchhandel in Duisburg) kostenfreier Versand: https://www.scheuermann.de/#

Postdoc-Professur-Karriere

Dr. Jutta Wergen

Du bekommst von mir hilfreiche Unterstützung in Deiner Promotionsphase. Ich habe in meinen Beratungen, meinen Coachings und Workshops, on-und offline, hilfreiche und passgenaue Coachinginstrumente und Tools entwickelt. 

Dabei lege ich den Fokus auf die praktische Umsetzung und die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit von Promovierenden.

Coachingzonen-Wissenschaft habe ich 2014 gegründet. Hier biete ich, mittlerweile mit einem Team Online-Kurse für Promovierende an.

Ich kenne das Feld der Wissenschaft seit vielen Jahren und kenne die Strukturen der Nachwuchsförderung sowie die Besonderheiten von Promotionen. Ich weiß daher, welche typischen (und untypischen) Probleme und Fragen Promovierende haben können und kenne und entwickle mit Promovierenden gemeinsam die individuell passenden Antworten und Lösungen.

Ich arbeite seit 2001 als Coach und Trainerin mit Promovierenden. Zunächst habe ich Graduiertenprogramme koordiniert, Weiterbildungen konzipiert und angeboten. Selbstverständlich habe ich dazu selbst verschiedene Aus-und Weiterbildungen absolviert.

Als Trainerin und Coach biete ich an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen für Promovierende Workshops und Coachings an.