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Karriere nach der Wissenschaft

Karriere nach der Wissenschaft – Wohin soll es denn gehen?

Ich habe mal wieder ein interessantes Buch für Promovierende und Post-Docs gelesen. Das hat mir so gut gefallten, dass ich eine Buchbesprechung geschrieben habe. Es geht um dieses Buch: Mirjam Müller (2017) „Karriere nach der Wissenschaft. Alternative Berufswege für Promovierte“. Campus Verlag

Nach dem Buch „Promotion – Postdoc – Professur: Karriereplanung in der Wissenschaft“ von 2014 liefert Mirjam Müller das nächste, spannende Buch für Nachwuchswissenschaftler*innen. Hier geht es um eine von den Universitäten noch zu oft vernachlässigte Gruppe, nämlich diejenigen, die nach ihrer Promotion nicht in der Universität bleiben wollen und können. Dass diese Gruppe recht groß ist, zeigen die Erfahrungen aber vor allem auch die Zahlen, die der Bundesbericht für den wissenschaftlichen Nachwuchs liefert. Die Hälfte der aller Promovierten verlassen nach der Promotion die Hochschulen und weitere 30 % sind in den fünf Jahren nach Promotionsende nicht mehr an der Hochschule (Buwin 2013). Das liegt daran, dass permanent mehr Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ausgebildet werden als Stellen für Wissenschaftskarrieren an den Hochschulen zur Verfügung stehen. Und dann ist zu bedenken dass eine wissenschaftliche Karriere umso weniger umsetzbar wird,  je länger ein Aufstieg dauert. Wenn Promovierte über die Promotion und die 6 Jahre Post-Doc-Phase hinaus  in der Universität bleiben, ohne dass ihnen der Aufstieg z:B. auf eine (Junior-) Professur oder eine unbefristete Beschäftigung gelingt, desto schwieriger wird es, denn der Wissenschaftliche Nachwuchs rückt permanent weiter nach und die Promovierten stehen dann in der „Zweiten Reihe“ (S. 16).
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Schwieriger Übergang aus der Hochschule hinaus

Studien  wie derder Bundesbericht für den wissenschaftlichen Nachwuchs belegen, dass sich der Ausstieg aus der Wissenschaft bzw. der Hochschule besonders für die Promovierte der Geistes-, Kultur-und Sozialwissenschaften eher schwierig gestaltet. Im Gegensatz  zu Promovierten aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften sind für Promovierende der Geistes-, Kultur-und Sozialwissenschaften die Wege nach der Promotion aus der Hochschule heraus von Unsicherheiten geprägt und eben nicht planbar. Grund für die Arbeitsmarktrisiken sind u.a. (gefühlte/gedachte oder tatsächliche) fehlende praktische Bezüge bzw. Anknüpfungsmöglichkeiten des Promotionsthemas und fehlende Weiterqualifizierungen für den außeruniversitären Arbeitsmarkt. Aber auch in dem Verhalten der Promovierten können Gründe für den Wechsel aus der Hochschule hinaus liegen. Beispielsweise weil die Orientierung auf den außeruniversitären Arbeitsmarkt oft spät erfolgt, oft erst nach langen Jahren in der Universität, nach Studium und Promotion und gegebenenfalls Post-Doc-Phase. Im Vergleich zu Absolventen und Absolventinnen, die dem außeruniversitären Arbeitsmarkt direkt nach dem Studium zur Verfügung stehen, haben Promovierte keine Vorteile.

Das Buch Karriere nach der Wissenschaft. Alternative Berufswege für Promovierte

Mit den Kapiteln „Strategien und Motivation für den Berufswechsel“, „Was könnte ich arbeiten?“ „Wo könnte ich arbeiten?“ und „Wie bekomme ich eine Stelle“ stellt Mirjam Müller vor, wie sich die während der Promotion oder danach in der Universität erworbene Qualifikationen auf den außeruniversitären Arbeitsmarkt übertragen lassen. Dazu stellt sie in ihrem Buch viele, spannende Berufe und auch die vielfältigen Recherchemöglichkeiten vor, die Wissenschaftler*innen nutzen können, um neue Berufsfelder zu entdecken. Über eigene Internetrecherchen hinaus könnten das beispielsweise Recherchen bei Berufsverbänden und oder bei Veranstaltungen sein. Sie stellt zahlreiche Datenbanken und Quellen vor, in denen Promovierende und Post-Docs recherchieren können. Hervorzuheben sind hier noch die praktischen Tipps für Bewerbungsstrategien, die Bewerbungsunterlagen, die Präsentation im Vorstellungsgespräch und die Option der Planung der beruflichen Selbständigkeit.

Dass das Leben für Promovierte außerhalb der Universität spannend sein kann, beweisen die Porträts der Promovierten in alternativen Berufsfeldern Wissenschaftsmanagement, Politik und Verwaltung, Kultur, Medienbildung, Wirtschaft und Beratung. Mirjam Müller stellt in Interviews mit Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen vor, wie diese ihre in der Wissenschaft erworbenen Kompetenzen in ihren neuen Berufsfeldern einsetzen. Dazu interviewt sie Referenten und Referentinnen z.B: in Forschung, Schreibzentrum, Förderorganisation oder in Politik bzw. Nichtregierungsorganisation. Einen Einblick in den Bereich Kultur und Medien bieten Interviews mit Verlagslektor wissenschaftlichem Bibliothekar oder mit Personen in der Wirtschaft zum Beispiel Unternehmensberatung oder selbstständigem Trainer.

Durch einen Einblick in die typischen Arbeitstage können sich Leser und Leserinnen ein Bild davon machen, was in diesen Berufen zu tun ist. Interviewpartner und Interviewpartnerinnen beschreiben aus ihrer Sicht, Vorteile bzw. angenehme Seiten im Beruf und auch, was ihnen nicht so gut daran gefällt. Diese persönlichen Berichte und Beschreibungen ermöglichen es den Lesern und Leserinnen, sich ein Leben außerhalb der Universität vorzustellen und vor allem, dieses auf der Folie erfolgreicher Strategien zu planen. Wobei in den Interviews auch deutlich wird, dass die meisten interviewten ihren Beruf nicht im Vorhinein geplant haben, sondern Gelegenheiten ergriffen diesen auszuüben.
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Leseempfehlung

Mit dem Lesen des Buches von Mirjam Müller eröffnen sich Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen viele Berufsfelder, auf die sie wahrscheinlich gar nicht so schnell gekommen wären.
Mit dem Buch „Karriere nach der Wissenschaft. Alternative Berufswege für Promovierte“ stellt Mirjam Müller einen großen Ideenpool für Promovierende und Promovierte, besonders der Geistes-und Sozialwissenschaften bereit. Das Buch ist wie ein kleiner Workshop oder ein Instrument zum Selbst-Coaching weil es viel Input aber auch zahlreiche Reflexionsübungen enthält, mit denen Leser und Leserinnen ihre eigene Karriere außerhalb der Wissenschaft planen können.

Ich empfehle es allen, die während oder nach der Promotion über eine Karriere außerhalb der Wissenschaft nachdenken. Die individuellen Lebenswege der porträtierten Personen, die ihre Berufe eher wissenschaftsnah ausüben, ermöglichen einen guten Überblick. Vor allem zeigen sie auf, dass die meisten Karrieren nach der Promotion abhängig von individuellen Entscheidungen sind und eher nicht lange im Voraus geplant wurden.Beispielsweise scheint kaum jemand gesagt zu haben „Mein Traumberuf ist nach Studium und Promotion ist „Forschungsreferentin“.  Eher ergaben sich bei den Interviewten die Karrierewege spontan und erst „im Gehen“. Darum ist es sinnvoll bereits in der Promotionsphase zu überlegen, wie die erworbenen Kompetenzen auch außerhalb der Universität genutzt werden können, wie sie sich auf andere wissenschaftsnahe oder wissenschaftsferne Bereiche übertragen lassen. Das Buch bietet mit den Anregungen und Übungen und den praktischen Beispielen eine gute Möglichkeit, über die eigenen Karrierewünsche und -möglichkeiten Gedanken zu machen und erste Schritte in die Wege zu leiten.

Das Buch ist übrigens nicht nur für Promovierende und Post-Docs geeignet. Meiner Meinung nach sollten es alles lesen, die mit Promovierende und Post-Docs arbeiten zum Beispiel Promotionsbetreuende und viele die hochschuldidaktischer Programme oder Graduiertenprogramme koordinieren. Auch dort lassen sich noch Überlegungen anstellen, wie Kompetenzen auf die Arbeit außerhalb der Universität übertragen werden können. Schließlich wissen wir, dass 80 % der Promovierenden später nicht in der Schule arbeiten-daher wird es Zeit auf die Ausbildung der Promovierten auf die Felder außerhalb der Hochschulen auszurichten.
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