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Manche Doktorandinnen und Doktoranden denken im Laufe ihrer Promotion, manchmal mehrmals, über einen Wechsel der Promotionsbetreuung nach. Diese Entscheidung fällt nicht leicht, weil sie viele Konsequenzen mit sich bringt. In diesem Blogbeitrag beleuchte ich einige Aspekte des Betreuungswechsels und zeige auf, wie der Wechsel der Promotionsbetreuung gelingen kann.

Wechsel der Promotionsbetreuung

Von Zeit zu Zeit denken Promovierende über einen Wechsel der Promotionsbetreuung nach. In manchen Fällen sind Promovierende sogar gezwungen, über einen Betreuungswechsel nachzudenken oder im schlimmsten Fall die Promotion abzubrechen, weil die Promotionsbetreuung von sich aus die Zusammenarbeit beendet.

Ein Abbruch und bestenfalls ein Wechsel der Promotionsbetreuung kann auch von Seiten der Promotionsbetreuung getroffen werden oder wird durch andere Umstände bestimmt. Diese ergen sich , z.B. durch Weggang des Betreuers /der Betreuerin oder wenn Betreuer / Betreuerin von der Fakultät nicht zur Promotionsbetreuung zugelassen wird. Das kann auch bei einer kooperativen Promotion geschehen. Ebenso ist es möglich, dass die Promotionsbetreuung die Zusammenarbeit beendet, erkrankt oder sogar verstirbt.

Manchmal deutet der Beginn der Promotionsbeziehung schon darauf hin, dass irgendwann Konflikte entstehen und ein Wechsel der Promotionsbetreuung nötig wird. War der Start gut oder schlecht? War von Anfang an der Wurm drin? Es kommt nämlich vor, dass eine Promotionsbetreuung vereinbart wird, ohne dass Promotionsbetreuer*in und Promovierende konkret über Erwartungen an die Promotionsbetreuung gesprochen haben. So kann es beispielsweise sein, dass zu Beginn der Promotion zwar über das Thema gesprochen wurde, aber die Modalitäten der Promotionsbetreuung, Leistungen, Zeiträume, konkrete Inhalte nicht vereinbart wurden. Dann war eigentlich zu Beginn der Promotion der Wechsel der Promotionsbetreuung schon abzusehen.

Darum möchte ich Dir hier den Tippgeben, vor der Vereinbarung der Promotionsbetreuung wesentliche Inhalte abzusprechen und die Zusammenarbeit mit der Promotionsbetreuung zu prüfen.

Blogbeitrag: Störungen un der Kommunikation mit der Promotionsbetreuung

Blogbeitrag: Worauf sollte ich achten, bevor ich eine Promotionsbetreuung vereinbare?

Promotionsbetreuung als Black Box

Gerade wenn sich Doktorvater oder Doktormutter und Doktorand oder Doktorandin vorher nicht kannten, kann die Promotionsbetreuung für beide Seiten zu einer Art Black Box werden. Wenn es dann konkret wird, wenn es um konkrete Texte oder die tatsächliche Ausgestaltung des Promotionsvorhabens geht, können leicht Konflikte entstehen.

Auch wenn sich Betreuende und Promovierende nicht regelmäßig treffen, um über den Fortgang der Arbeit zu sprechen, kann es zu Missverständnissen und Konflikten kommen. Promovierende, die sich regelmäßig mit ihrer Promotionsbetreuung austauschen und einen guten Kontakt haben, haben oft seltener das Bedürfnis, die Promotionsbetreuung zu wechseln.

Konflikte im Promotionsprozess

Konflikte im Promotionsprozess entstehen häufig im Zusammenhang mit den Leistungen der Promovierenden und der Erwartungen der Promotionsbetreuenden.

Im Promotionscoaching treffe ich immer wieder auf Personen, die von ihrem Doktorvater oder ihrer Doktormutter unerwartet ein negatives Feedback erhalten haben. Das betrifft sowohl die Qualität des Textes als auch die Wahl der Forschungsmethoden, die Gestaltung des Forschungsprozesses und weitere inhaltlicher Entscheidungen der Promovierenden.

Meist sind Konflikte im Promotionsprozess nicht so tiefgreifend, dass Promovierende ernsthaft das Bedürfnis haben, die Betreuungsperson zu wechseln. Allerdings wirkt sich das Feedback der Betreuungsperson oft auch auf das Selbstwertgefühl der Promovierenden aus. Und wer kein gutes Gefühl bei sich und seiner Leistung hat, ist weniger motiviert und in der Lage, Lösungen zu finden.

Konkret sollte über einen Wechsel der Promotionsbetreuung erst dann nachgedacht werden, wenn Promovierende und Betreuende keine Möglichkeit mehr sehen, bestehende Differenzen aus dem Weg zu räumen. Besonders schwierig wird es, wenn persönliche Differenzen bestehen.

Generell sollten Promovierende und Promotionsbetreuende vor einem Betreuungswechsel versuchen, Konflikte zu lösen. Allerdings kann aus einem Konflikt herauszu gehen und eine neue Betreuungsbeziehung einzugehen, vieles erleichtern. 

Betreuungswechsel: In manchen Fächern nicht so einfach

Der Wechsel der Promotionsbetreuung kann je nach Fach oder Forschungsgebiet unterschiedlich sein. In kleineren Fächern oder Spezialdisziplinen gibt es vielleicht nicht so viele Betreuerinnen und Betreuer. Man kennt sich und ein Betreuungswechsel ist vielleicht gar nicht möglich.

Gerade in einem überschaubaren Fach trifft man sich immer wieder, z.B. auf Tagungen. Zudem können die Betreuenden später als Gutachterinnen und Gutachter für weitere Projekte, Forschungsanträge oder Publikationen fungieren.

Betreuerinnen und Betreuer eines Fachgebietes können auch in Konkurrenz zueinander stehen oder zerstritten sein. In diesem Fall hat die Promotionsbetreuung nicht nur Auswirkungen auf die Promotion, sondern auch auf die wissenschaftliche Karriere. Ein Wechsel der Promotionsbetreuung sollte in jedem Fall gut überlegt sein.

Gründe für einen Wechsel der Promotionsbetreuung

Die Gründe für einen Wechsel der Promotionsbetreuung können sowohl persönlicher als auch strategischer Natur sein.

Mangelnde Unterstützung: Wenn die Promotionsbetreuung wenig Unterstützung bietet und z.B. wenig Zeit für die Promotionsbetreuung aufwendet, kann dies zu Verzögerungen, Unsicherheiten und Motivationsverlusten bei der Promotion führen.
Erkennbar ist mangelnde Unterstützung in der Promotionsphase bespielsweise an fehlenden Promotionskolloquien oder weitereb regelmäßigen Beratungsterminen, nicht beantworteten E-Mails sowie fehlendem und/oder unspezifischem Feedback.

Manche Promovierende haben das Gefühl, dass die Betreuungsperson das Interesse am Thema oder an der Person verloren hat. Teilweise trauen die Betreuenden den Promovierenden auch nicht zu, die Dissertation zu schreiben, weil z.B. die fachliche Expertise oder Schlüsselkompetenzen wie Kompetenzen des wissenschaftlichen Schreiben fehlen.

Fehlende fachliche Expertise: Eher selten kommt es vor, dass eine Promotionsbetreuung im vorhinein vereinbart wird, obwohl die Betreuungsperson keine Expertise für das Forschungsgebiet, z.B. Forschungsmethoden, hat. Es kann aber auch vorkommen, dass sich die Ausrichtung der Forschung und damit der Dissertation im Laufe des Promotionsprozesses ändert und die Arbeit bei einem anderen Betreuer besser aufgehoben wäre.

Machtmissbrauch und Vertrauensverlust
Diskriminierung, Rassismus, sexuelle Belästigung können auch in Promotionsbetreuungsverhältnissen vorkommen. Beispiel. Dies sind Beziehungen, in denen ein sofortiger Wechsel der Promotionsbetreuung ratsam ist.

Machtmissbrauch in der Promotion kommt vor, wenn Promovierende z.B. als wissenschaftliche Mitarbeiterin, wissenschaftlicher Mitarbeiter Aufgaben übernehmen müssen, die über ihre Arbeitszeit hinaus gehen, die nicht vertraglich vereinbart sind und für die sie nicht bezahlt werden.

Auch kommt es vor, dass Promovierende Publikationen verfassen, die später unter dem Namen der Betreuerin oder des Betreuers veröffentlicht werden. Forschungsanträge, die maßgeblich von Promovierenden entwickelt wurden, sind in der Vergangenheit bereits von Vorgesetzten eingereicht und nach der Bewilligung mit anderen Mitarbeitenden besetzt worden. Daraus entsteht ein erheblicher Vertrauensverlust, der sich auf die gesamte Promotion auswirkt.

Persönliche und fachliche Differenzen: In manchen Promotionen kommt es zu fachlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Promovierenden und Betreuenden, z.B. über Inhalte und den weiteren Verlauf der Dissertation. Methodische, theoretische oder andere inhaltliche Argumente können divergieren.

Bei fachlichen Differenzen kann es sinnvoll sein, der Argumentation der Betreuungsperson auf den Grund zu gehen. Sieht die Betreuerin/der Betreuer Konsequenzen in der Forschung, die die Doktorandin/der Doktorand noch nicht sieht, weil sie/er z.B. weniger erfahren ist? Oder sind es andere Gründe, z. B. die Eitelkeit des Professors, der Professorin. Vielleicht hilft hier die neutrale Einschätzung einer anderen Person.

Die Betreuerin oder der Betreuer sollte sich nicht in persönliche Angelegenheiten einmischen, die in den Bereich der Freizeit oder in die private Lebensgestaltung fallen. Schwangerschaft oder die Ansicht darüber wie Kinder erzogen und wann und wie sie betreut werden, sollte kein Teil der Promotionsbetreuung sein und dort keine Rolle spielen.

Besonders wenn persönliche Differenzen zum Anlass genommen werden, die Promotionsbetreuung zu beenden, kann eine Abgrenzung hilfreich sein. Hilfestellung bieten Beratungsstellen an Hochschulen und Universitäten sowie professionelles externes Coaching.

Letztendlich ist Missbrauch durch Betreuende eine Ausnahme, kommt aber hin und wieder vor. Ein Wechsel der Promotionsbetreuung ist oft unumgänglich. Hier sollten Promovierende unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen. Ansprechpartner sind z.B. Ombudspersonen, der Promotionsausschuss, das Dekanat oder andere Beratungsstellen der Hochschulen.

Hier geht es zum Blogbeitrag „Störungen in der Kommunikation mit der Promotionsbetreuung“

Vor- und Nachteile eines Wechsels der Promotionsbetreuung

Der Wechsel des Doktorvaters oder der Doktormutter hat Vor- und Nachteile. Zu den Vorteilen gehört eine möglicherweise bessere Betreuung durch die neue Betreuungsperson. Auch die eigene Motivation kann sich verbessern, wenn es weniger Probleme in der Betreuungsbeziehung gibt und dies auch einen zügigen Abschluss der Promotion bedeutet.

Allerdings kann ein Betreuungswechsel auch Nachteile mit sich bringen, die sich vor allem in einer Verlängerung des Promotionsprozesses niederschlagen.

Verzögerungen im Promotionsprozess: Ein Wechsel der Betreuungsperson kann Zeit und Energie kosten, was zu Verzögerungen im Promotionsprozess führen kann, bis hin zu Zweifeln, ob die Promotion überhaupt erfolgreich abgeschlossen werden kann.

Es kann auch sein, dass die neue Betreuerin oder der neue Betreuer das Thema anders zugeschnitten haben möchte und neue Anforderungen an das Promotionsvorhaben stellt. Dies kann zusätzliche Arbeit bedeuten. Zu verzögerungen könnte auch führen, dass sich die neue Betreuungsperson neu in die inhaltliche Betreuung des Promotionsvorhabens einarbeiten muss, was ebenfalls Zeit in Anspruch nehmen kann.

Verzögerungen können auch dadurch entstehen, dass das Zulassungsverfahren erneut durchlaufen werden muss oder durch den Antrag auf Wechsel der Betreuungsperson neue Formalitäten entstehen.

Konfliktverlagerung: Wenn persönliche Konflikte der Grund für den Betreuungswechsel sind, bedeutet das nicht automatisch, dass diese diese Konflikte nicht auch mit der neuen Betreuungsperson weitergeführt werden.

Ein Wechsel der Promotionsbetreuung kann zu einer schnellen Lösung bis hin zur Rettung der Promotion führen, sollte aber gut überlegt sein.

Die Beziehungsebene des Betreuungswechsels

Ein Betreuungswechsel kann für Promovierende eine emotionale Herausforderung darstellen, da es sich um eine wichtige Beziehung handelt, die eng mit der akademischen und beruflichen Zukunft verbunden ist. Die Überlegung, die Promotionsbetreuung zu wechseln, bedeutet nämlich auch, sich mit den eigenen Zweifeln und Ängsten auseinanderzusetzen. Meist stellt sich dabei auch die Frage, ob die Dissertation jemals abgeschlossen werden kann.

Viele Promovierende nehmen eher ein schlechtes Verhältnis zur Betreuungsperson in Kauf, als die Betreuungsperson zu wechseln. In manchen Fällen ist ein Wechsel der Promotionsbetreuung jedoch unumgänglich. So kann z.B. bei schwerwiegenden Konflikten zwischen Promovierenden und Promotionsbetreuung eine Trennung die beste Lösung sein, um die Promotion erfolgreich abschließen zu können.

Jede Promotionsbetreuung hat auch eine Beziehungsebene. Und so könnte man jeden Wechsel der Promotionsbetreuung auch mit einer Trennung oder Scheidung vergleichen. Und die gelingt mal mehr, mal weniger gut. Da spielen auch Gefühle eine Rolle. Geht man fremd oder wird man verlassen? Auch Schuldgefühle können auftreten.

Wie sehr fühlt man sich dem Doktorvater verpflichtet, wie undankbar darf man sein? Das sind übrigens Gedanken, die ich in der Promotionsbetreuung zu dieser Frage höre.

Bei der Überlegung, die Promotionsbetreuung zu wechseln, ist es immer sinnvoll, professionell vorzugehen und strategische Lösungen zu finden. Ein Wechsel der Promotionsbetreuung ist nicht immer die beste Lösung. Nachdem geklärt ist, ob die eigenen Gefühle und Gedanken einen Wechsel der Promotionsbetreuung wirklich notwendig machen, sollte unter Abwägung der Vor- und Nachteile auch der Verbleib bei der gleichen Promotionsbetreuung als Alternative in Betracht gezogen werden.

Erst wenn diese Überlegungen abgeschlossen sind und ggf. Gespräche mit neutralen Beraterinnen und Beratern geführt wurden, kann der Prozess des Wechsels eingeleitet werden.

Wie wechsle ich die Promotionsbetreuung?

Eine Promotionsberatung oder ein Promotionscoaching kann die Überlegungen zu einem Wechsel der Promotionsbetreuung klären.

Ein Wechsel der Promotionsbetreuung sollte immer der letzte Ausweg sein, zumal sich viele Probleme und Konflikte im Gespräch lösen lassen.

Zunächst solltest Du deine Gedanken mitteilen und Feedback zu Deinen Überlegungen einholen. Was kannst Du tun, um den Betreuungswechsel zu vermeiden? Haben andere Promovierende ähnliche Probleme?

Überlege strategisch: Wie viel Zeit würdest du z.B. durch den Wechsel verlieren? Wie würde sich der Wechsel inhaltlich auf Deine Dissertation auswirken und wie auf Deine zukünftige Karriere innerhalb oder außerhalb der Wissenschaft?

Wenn ein Betreuungswechsel der letzte Ausweg ist, um Deine Dissertation zu retten, sprich darüber und frage vor allem Personen, die einen erfolgreichen Betreuungswechsel hinter sich haben. Lass Dich unbedingt beraten, wie Du am besten mit den Formalitäten, dem Promotionsausschuss und vor allem Deinem Doktorvater oder Deiner Doktormutter umgehst.

Der Wechsel des Doktorvaters oder der Doktormutter sollte immer das letzte Mittel zur Lösung von Konflikten in einem Promotionsverfahren sein. Wichtig ist eine gute und neutrale Beratung.
Wenn du ein Promotionscoaching brauchst, lass es mich wissen!

Worauf sollte ich beim Wechsel der Promotionsbetreuung achten?
  • Kläre unbedingt vorher, ob der Wechsel zu einer neuen Promotionsbetreuung formal passt. Informiere Dich über die Formalitäten, die mit einem Betreuerwechsel verbunden sind. Informiere Dich über die Anforderungen der Universität / der fakultät stell sicher, dass Du alle notwendigen Schritte unternommen hast, damit der Wechsel reibungslos verläuft.
    Vergenwärtige Dir die Gründe. Sind sie wirklich so schwerwiegend? Gibt es andere Lösungen?
  • Ist die neue Betreuungsperson auf Dein Forschungsgebiet spezialisiert?
  • Erfüllt die neue Betreuungsperson Deine Bedürfnisse z. B. Feedback, Erreichbarkeit, Angebot eines Promotionskolloquiums?
Welche Gründe gibt es für den Wechsel der Promotionsbetreuung?

Die meisten Doktorandinnen und Doktoranden streben einen Wechsel der Promotionsbetreuung an, wenn sie nicht ausreichend unterstützt werden.

Aber auch eine Änderung der Forschungsinteressen oder eine Änderung des Themenzuschnitts kann zu einem Wechsel der Betreuungsperson führen.

Manchmal lassen sich persönliche Differenzen nicht klären, so dass ein Wechsel der Promotionsbetreuerin bzw. des Promotionsbetreuers die bessere Lösung zu sein scheint.

Die Unterstützung bei der Karriereplanung kann ein möglicher Grund für die Wahl einer anderen Betreuungsperson sein.

Es kann aber auch sein, dass die Betreuungsperson selbst einen Wechsel anstrebt.

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