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Wissenschafts-Kommunikation verfolgen
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Wissenschafts-Kommunikation verfolgen

Wissenschafts-Kommunikation verfolgen: Zeitschriften, Twitter, Newsfeeds & co –

Gastartikel Wissenschafts-Kommunikation verfolgen von: Maximilian Hugendubel & Dorte Hühnert
Es ist eines von diesen Problemen, mit denen jedeR konfrontiert ist und das nicht nur in der Wissenschaft: Wie bekomme ich mit, welche Themen gerade aktuell in meiner Disziplin relevant sind? Und wo werden (neue) Ideen zu meiner Forschung geteilt?

Diese Fragen diskutierten DoktorandInnen an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Universität Duisburg-Essen im Rahmen der Arbeitslinie „Von Doks für Doks“, die jeden ersten Donnerstag im Monat in Kooperation mit dem Duisburger Dok-Net, geleitet von Jutta Wergen, stattfindet. Ziel der regelmäßigen Treffen ist es neben der Vernetzung unter NachwuchswissenschaftlerInnnen den Austausch über eigene Forschung sowie promotionsnahe Themen zu fördern. Im vierten Treffen der Reihe wurden Strategien und Werkzeuge ausgetauscht, mit denen die TeilnehmerInnen der Informationsflut begegnen, sowohl digital als auch analog. Es gehört zum täglichen Brot der Wissenschaft, die Forschung anderer zu verfolgen. Deshalb hat jedeR seine eigenen Quellen und Strategien, mit diesem Problem umzugehen. Die Ansätze reichen dabei von E-Mail-Alerts für Zeitschriften und Datenbanken bis zu Facebook-Gruppen. Im Folgenden wollen wir kurz die wichtigsten Ergebnisse mit euch teilen. Die Liste der Quellen erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, die meisten Technologien dürften darüber hinaus bekannt sein. Für uns ergaben sich aus diesem Gespräch neue Inspirationen – für euch vielleicht auch.

Mailinglisten, Email-Alerts & Newsletter

Die E-Mail ist als eines der älteren digitalen Kommunikationsmedien nicht tot zu kriegen und spielt für viele eine wichtige Rolle, um informiert zu bleiben. Für drei Funktionen werden Mails gerne genutzt. Erstens die guten alten Mailinglisten: Öffentliche Listen wie die IB-Liste, der DVPW Nachwuchsgruppe Internationalen Beziehungen, sind weithin bekannt. Ein Tipp für Fortgeschrittene: viele Lehrstühle und Institutionen haben mehr oder weniger inoffizielle Mailinglisten, auf Anfrage lassen sich diese häufig auch abonnieren. Zweitens gibt es Newsletter von Zeitschriften, Datenbanken oder Institutionen, über die offizielle Verlautbarungen, vor allem aber Publikationsankündigungen kommuniziert werden. Viele Zeitschriften verschicken Inhaltsverzeichnisse der aktuellen Hefte. Drittens kann E-Mail gelegentlich ähnlich wie ein RSS-Reader eingesetzt werden: Viele Zeitschriften verschicken E-Mail-Alerts für neue Artikel und Ausgaben. Bei einigen Fachdatenbanken wie Web of Science (www.webofknowledge.com) lassen sich Suchanfragen speichern und mit einem Mail-Alert verbinden. Wenn neue Treffer erscheinen, werden diese direkt ins Postfach geliefert. Die meisten Dienste bieten die Funktion kumulierter Mails an, so dass man nicht für jede Neuigkeit eine Mail erhält, sondern einmal am Tag/in der Woche eine Sammelmail. Wer Chaos im Postfach fürchtete, kann mit einfachen Filterfunktionen Smarte-Ordner anlegen, die alle Listen-Mails automatisch aus der Korrespondenz aussortieren. Dann kann man die Filter-Ordner immer mal periodisch durchgehen, z.B. einmal in der Woche, und alles aussortieren, was nicht interessiert.

RSS-Reader

Viele Blogs und Webseiten bieten einen RSS-Feed an, in dem alle neuen Beiträge auftauchen. Praktisch ist das vor allem bei kleineren Seiten wie dem Theorieblog (theorieblog.de), auf denen nur gelegentlich etwas Neues erscheint. Man muss nicht jede Seite überprüfen, ob sie aktualisiert wurde, sondern bekommt alles direkt ins Haus geliefert. Aber auch größere Seiten wie de.hyptheses.org (ein Blogportal für Geistes- und Sozialwissenschaften), soziopolis.de oder diverse Blogs auf chronicle.com wie chronicle.com/blogs/profhacker lassen sich damit komfortabel verfolgen. Bei richtig großen Contentschleudern (Nachrichtenseiten wie spon.de) kommt man mit dem Lesen von RSS nicht mehr hinterher, weil wirklich alle Artikel nach Aufmerksamkeit schreien. Hier dürfte ein gelegentlicher Besuch der Webseite oder der Weg über die Apps ertragreicher sein.
Für RSS gibt es Online-Dienste wie feedly.com, die das Leben erleichtern, wenn man mehr als ein Endgerät nutzt (PC, Laptop, Smartphone, Tablet, whatever have you). Der Dienst synchronisiert die Feeds und merkt sich, welche Beiträge schon gelesen oder markiert wurden. Für die ganz Kommunikativen gibt es eine Social-Media-Integration zum Teilen von Beiträgen auf Facebook, Twitter und Co.

Blogs

Was oben unter RSS als Kanal erzählt wurde, kann genauso gut hier unter inhaltlichen Gesichtspunkten stehen: Blogs spielen vielfach eine große Rolle, weil hier relativ informell Aktuelles in etwas längeren Beiträgen dargestellt werden kann – was auch die Wissenschaft zunehmend für sich entdeckt hat. Die genannten Blogportale de.hypotheses oder chronicle.com bieten vielen kleineren Blogs ein Schaufenster, durch das sehr vielfältige Beiträge einer Disziplin sichtbar werden.

Twitter

Der Kurznachrichtendienst wird auch für uns AkademikerInnen immer wichtiger. Einerseits kann man sich hier sehr gut über aktuelle Themen auf dem Laufenden halten, da der Dienst immer stärker von Politikern, Journalisten und Organisationen als Sender genutzt wird. Aber auch viele WissenschaftlerInnen sind mittlerweile auf Twitter aktiv und tweeten über Konferenzen, neue Publikationen, Veranstaltungen oder kommentieren aktuelle Entwicklungen in der Politik. Darüber hinaus erfüllt Twitter auch eine Vernetzungsfunktion und kann helfen, die eigenen Forschungsinteressen transparent für andere zu machen. Indem man immer wieder zu den eigenen Forschungsinhalten tweetet oder – noch einfacher – Informationen, die für die eigene Forschung wichtig sind retweetet kann man gezielt Themen besetzen. Über die Like-Funktion merkt sich Twitter Beiträge, so dass man auch später noch etwas nachrecherchieren kann.

Gruppen in sozialen Netzwerken

Viele Netzwerkseiten bieten die Funktion der Gruppe, so tauchen Themen- oder Fach-Gruppen in Facebook, LinkedIn und Xing auf. Neben der Netzwerkfunktion erfüllen diese Gruppen aber auch eine zentrale Informationsfunktion. Hier werden Hinweise zu Veranstaltungen ebenso geteilt, wie Stellenanzeigen und Informationen zu aktuellen Debatten.

Akademische Plattformen

Auf akademischen Plattformen – Academia, ORCID oder Research Gate – werden viele Artikel im Pre-print Format hochgeladen. Oft unterscheiden sich diese Artikel nur noch im Satz nicht aber im Inhalt von den Zeitschrifteninhalten. Diese Plattformen erfüllen also einen doppelten Sinn: Sie dienen dem Austausch von Textmaterial im aktuellen akademischen Diskurs, sie dienen aber auch der Selbstvermarktung und Vernetzung mit KollegInnen der relevanten Wissenschaftsgemeinde.

Maximilian Hugendubel ist Doktorand im Promotionskolleg „Die Arbeit und ihre Subjekte. Mediale Diskursivierung von Arbeit seit 1960“ an der Universität Duisburg-Essen.
https://www.uni-due.de/promotionskolleg_arbeit/maximilian_hugendubel

Dorte Hühnert ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik an der Universität Duisburg-Essen.
https://www.uni-due.de/politik/huehnert.php

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