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Überqualifiziert mit Doktortitel? Nur promovieren reicht nicht!

Überqualifiziert mit Doktortitel? Nur promovieren reicht nicht!

Überqualifiziert mit Doktortitel? – Nur promovieren reicht eben nicht!

Wer promoviert, muss sich der Frage stellen, ob sich die Promotion für den Job lohnt, denn wer keine wissenschaftliche Karriere anstrebt, braucht den Doktortitel formal nicht. Letztens gab es einen Artikel im Spiegel, in dem man am Beispiel einer Philologin (Ostslawistik und Germanistik), die im „Medienbereich“ arbeiten wollte, erfahren konnte, dass Geisteswissenschaftler/innen eher „überqualifiziert“ sind, als Promovierte in den Naturwissenschaften.

Fakt ist, dass die Arbeitslosenquote von Promovierten insgesamt gering ist, so der  Bundesbericht für den Wissenschaftlichen Nachwuchs /BuWin 2013. (Hier geht es es zum BUWIN 2013). Und es ist eher auch nicht so, dass viele Promovierte unzufrieden sind. Richtig ist aber auch, dass Promovierte aus den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften länger nach einem Job suchen und es nicht so leicht haben, einen Job zu finden, wie es z.B. promovierten Naturwissenschaftler/innen gelingt.

Die Wissenschaft, bzw. die Universität zu verlassen, ist gar nicht so einfach, wie eine Umfrage von Zeit Online zeigt:

Welche Auswirkungen hat der Doktortitel auf Deinen Beruf? Wie bereitest Du Dich am besten vor, damit Du mit einem Doktortitel nicht „überqualifiziert“ bist?

  • Fokussiere Dich während der Promotion nicht nur auf die Phase der Promotion, sondern blicke auch über den Tellerrand, welche beruflichen Möglichkeiten sich in Deinem Forschungsfeld in Wissenschaft und Wirtschaft auftun.
  • Recherchiere, welche Voraussetzungen Du für eine wissenschaftliche Karriere in Deinem Forschungsfeld erfüllen solltest und nutze Gelegenheiten zur Lehre, zum Publizieren, zur Teilnahme oder (Mit-) Vorbereitung von Tagungen, zum Erwerb hochschuldidaktischer Zertifikate, usw..
  • Tritt Fachgesellschaften bei und/oder informiere Dich über Berufsnetzwerke in Deinem Forschungs-, bzw. Arbeitsbereich.
  • Diskutiere mit anderen Promovierenden, Deiner Promotionsbetreuung und anderen Wissenschaftlern/innen, welche Möglichkeiten sich mit Deinen Kompetenzen und Deinem Forschungsfeld außerhalb der Wissenschaft bieten.
  • Erwirb bereits während der Promotion Schlüsselkompetenzen, die es Dir erlauben, aus dem rein wissenschaftlichen Beruf auszusteigen, z.B. in die Richtung: Beratung, Controlling, Führung, Management, Kulturbereich, Diversity, Training, etc..
  • Lies Stellenanzeigen, die Deinen Berufswünschen und Qualifikationen angemessen sind und ermittle, welche Kompetenzen für diese Stellen verlangt werden (und bilde Dich ggf. weiter).
  • Trag Dich für Newsletter ein. So bekommst Du Informationen über Dein zukünftiges Arbeitsfeld.
  • Besuche Veranstaltungen, die von den Graduiertenprogrammen Deiner Universität für Promovierende und Post docs angeboten werden, z.B. Infoveranstaltungen, Karrieretage, Workshops zur Karriereplanung, Veranstaltungen der DFG.
  • Knüpfe Kontakte zu anderen Promovierenden und Post docs und nutze diese zum Austausch.
  • Registriere Dich auf Plattformen oder Businessnetzwerken, z.B. Xing, LinkedIn und pflege Dein Profil. Nutze die Plattformen zum Austausch, auch mit potenziellen Arbeitgebern. Lerne von anderen!
    Registriere Dich auf Plattformen für Forscher/innen, z.B. ResearchGate.net   oder Academia.edu  und teile Deine wissenschaftlichen Artikel mit anderen, damit Du mit Deinen Forschungserträgen sichtbar bist.

Überqualifiziert mit Doktortitel PromotionWas heißt „überqualifiziert“ für Promovierte eigentlich?

Formal benötigst Du für nichts anderes eine Promotion, denn alle anderen Jobs setzen keine Promotion voraus. Demzufolge bist Du als Doktorin theoretisch immer überqualifiziert, solange Du keine Professur inne hast. Natürlich werden viele Stellen – hier meine ich besonders Stellen in Forschung und Wissenschaft, mit der Anforderung einer Promotion ausgeschrieben. In der Wissenschaft sind das dann oft Qualifikationsstellen, mit denen Du Dich weiter für eine Professur qualifizieren kannst, indem Du zum Beispiel habilitierst und/oder veröffentlichst, lehrst, Drittmittelprojekte beantragst. Promoviert musst Du ebenso sein, wenn Du Dich auf eine Juniorprofessur bewirbst. Das eine Promotion für viele andere Jobs außerhalb der Wissenschaft hilfreich ist, zum Beispiel auf Führungspositionen, ist unbestritten. Im Fach Chemie ist die Promotionsrate besonders hoch, dort wird beispielsweise oft eine Promotion vorausgesetzt. Auch in der Medizin ist eine Promotion oft üblich, obwohl sie für den Beruf des Arztes oder der Ärztin keine Bedingung ist.
Die Befürchtung „überqualifiziert“ zu sein, bedeutet für viele Promovierende wohl, dass Arbeitgeber/innen außerhalb der Wissenschaft eine/n promovierte/n Mitarbeiter/in höher entlohnen müssten. Überqualifiziert zu sein, könnte auch bedeuten, dass Du eine Führungsposition beanspruchen könntest, oder Dich in einem Team nicht auf Augenhöhe einfinden könntest. Das sind alles keine Fakten, dennoch spielen diese Überlegungen bei der Frage nach der Qualifizierung eine Rolle.
„Überqualifiziert“ bist Du also z.B., nur, wenn Du berufsbegleitend promovierst und wenn mit dem Doktortitel keine individuellen, beruflichen Veränderung einhergehen sollen oder müssen, z.B., dass sich Arbeitsinhalte oder Zuständigkeiten ändern oder sich als finanzielle Entlohnung auswirkt. Wenn Du also vorher Lehrer bist oder Bibliothekarin und das auch nach der Promotion bleiben willst, wärst Du möglicherweise formal überqualifiziert, was aber nicht immer ein Problem sein muss – wenn Du Dich mit einem Doktortitel beruflich verändern möchtest, solltest Du oben die Tipps unter „Welche Auswirkungen hat der Doktortitel auf Deinen Beruf? Wie bereitest Du Dich am besten vor, damit Du mit einem Doktortitel nicht „überqualifiziert“ bist?“ berücksichtigen.

Fakten „To Go“ Überqualifiziert mit Doktortitel? Nur promovieren reicht nicht!

  • Denke während Deiner Promotion auch über das „Danach“ nach.
  • Plane bereits in der Promotionsphase erste Schritte für die Post-Doc-Phase.
  • Finde heraus, welche weiteren Kompetenzen Du für Deine Berufstätigkeit mit einem Doktortitel brauchst.
  • Beginne mit dem Erwerb der Kompetenzen.
  • Scanne jetzt schon Stellenanzeigen.
  • Vernetze Dich![/su_note]

 

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