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Schreiben dauert ewig – bei Dir auch?

Kennst Du das? Du hast gute Ideen und kriegst sie nicht schnell genug auf das Papier, bzw. in den Computer?

Statt jedes Wort der Dissertation einzeln in den Computer zu tippen, kannst du auch mit Mikrofon und Spracherkennungs-Software arbeiten!

Vor einiger Zeit habe ich damit begonnen, den Blick auf das Schreiben zu richten und das Schreiben etwas zu verändern, weil ich merkte, dass meine Gedanken schneller kamen, als ich schreiben konnte. Deswegen habe ich mir eine Spracherkennungs-Software und ein gutes USB-Mikrofon gekauft und kann meine Texte nun diktieren, statt sie mühselig zu tippen (für Zehn-Finger-Schreiber/innen mag das anders sein :-). Über das Mikrofon und die Spracherkennungs-Software geht das Gesprochene in mein Textverarbeitungssystem und wird zum Text.Ich nutze Dragon – das gibt es in der Uni-Version. Immer noch nicht so richtig günstig – aber eine Investition in meine Zukunft.

Sprechen statt Schreiben: Schnell viel Text produzieren!

Das war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber es erleichtert mir die Textproduktion ungemein. Natürlich musste ich der Texterkennungs-Software einige Begriffe erst „beibringen“. Das Vokabular zum Thema „Coaching“ beispielsweise oder zum Thema „Supervision“ war der Software nicht bekannt und so hat sie manchmal sehr lustige Dinge geschrieben. So wird es dir wahrscheinlich auch gehen, wenn Du viele Fachbegriffe benutzt. Um mein Vokabular anzupassen, konnte ich durch die Software auch bereits vorhandene Texte und E-Mails automatisch einlesen lassen, so dass die dort vorkommenden Begriffe in das bekannte Vokabular der Software eingingen.
Vorteil ist, dass ich schnell sehr viel Text produzieren kann und für mich die Schwelle des Schreibens nicht so hoch ist. Das heißt, dass ich auch einmal ins „unreine“ sprechen kann und dass ich mir während des Sprechens das Satzende noch überlegen kann.
Nachteil ist, dass die Software gerade am Anfang meine Wörter noch nicht so kennt, also auch einmal daneben liegt (wobei manchmal lustige Wörter zustande kommen). Außerdem kann es sein, dass man einen Satz beginnt und noch gar nicht weiß, wie er enden soll. Allerdings ist das beim Schreiben ja auch manchmal so. Ebenfalls sollte beachtet werden, dass die Software und das Mikrofon Geld kosten, während das Tippen in den PC nichts kostet.
Und man sollte den erst gesprochenen und dann beschriebenen Text möglichst sofort nach der Arbeitseinheit korrigieren, die Software schreibt eben nur das, was sie kennt, wenn undeutlich gesprochen wird, oder in der Software einzelne Wörter nicht hinterlegt sind, schreibt sie eben einfach das Nächstliegende. Wie sagt man so schön: „Der Fehler sitzt meistens VOR dem Computer“.
Übrigens müssen alle Satzzeichen diktiert werden, das wirkt sich lustigerweise auch auf den Alltag aus, oft habe ich nun das Bedürfnis, während des Sprechens auch Satzzeichen mitzusprechen. Bitte darauf achten, dass Mikrofon auszumachen sobald das Telefon schellt, denn das Programm nimmt gnadenlos jedes Wort auf.

Arbeitsprozesse verändern

Alles in allem eine gute Lösung zur Textproduktion und gut geeignet, um Arbeitsprozesse zu verändern! Das betrifft einerseits die Möglichkeit, in kurzer Zeit sehr viel Text zu produzieren und den produzierten (Roh-) Text in einem ersten Lese-Schritt zu überarbeiten. Das muss man sowieso tun, denn nicht jedes gesprochene Wort wird auch 1:1 geschrieben, es schleichen sich immer mal wieder ein durch ungenaues Sprechen oder bei Wörtern, die das Programm nicht kennt.

Gut ist es, wenn du den geplanten Text vorher strukturiert hast, etwas mit dem Schreib-Plan oder ein Concept Map mit ersten Formulierungs-Ideen. Dann kannst du ihn als Rohtext einmal „runter diktieren“. Das mache ich übrigens auch mit Büchern, die ich rezensiere: Ich notiere alles auf Post-its und klebe das in den entsprechenden Stellen in die Bücher und dann gehe ich das Buch von vorne bis hinten durch und diktiere ins Sprech/Schreib-Programm.

Wichtig ist es allerdings, dass der Computer nicht allzu alt ist und dass Du ein hochwertiges Mikrofon benutzt. Die Headsets, die bei der Spracherkennungssoftware dabei sind, haben bei mir noch nie funktioniert – aber möglicherweise sind die ja auch besser geworden.
Bei der Spracherkennungssoftware handelt es sich um Nuance Dragon Naturally Speaking