Wo bekomme ich ein Stipendium für die Promotion?

Stipendien werden durch Begabtenförderungswerke, Hochschule, Vereine, den DAAD, Gesellschaften und private Förderer angeboten. Die größten Förderinstitutionen für Promotionsstipendien sind das BMBF, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Landesgraduiertenförderung.

Viele Hochschulen bieten zur Recherche eines Promotionsstipendiums Webseiten oder gar eine Stipendienbörse an. Recherchieren kann man das einfach über die Graduierteneinrichtung der Universitäten oder Fachhochschulen sowie die jeweiligen Forschungsförderer-Abteilungen. Wer ein Stipendium für seine Promotion beantragen möchte, ist gut beraten, sich möglichst viele Informationen über Stipendien einzuholen.

Zusätzlich ist es sinnvoll, in der „Die Zeit“ nach Graduiertenkollegs zu schauen. Damit kann man während des Studiums beginnen und so die Ausschreibungen im Blick behalten.

Promotionsstipendium: Wer fördert?

Die Möglichkeit, ein Stipendium für die Promotion zu erhalten, sind vielfältig. Dabei werden themengebundene Stipendien und nicht-themengebundene Stipendien unterschieden.

Themengebundene Stipendien sind oft Stipendien, die nicht sehr oft und häufig auch an einzelne Personen vergeben werden, wie beispielsweise das Stipendium für Juristinnen jeden Alters https://www.djb.de/promotionsstipendien manche dieser Stipendien werden nur einmal vergeben, manche einmal jährlich oder alle drei Jahre.

Themengebundene Promotionsstipendien

Die Servicestelle für Elektronische ForschungsförderInformationen ElFi im deutschsprachigen Raum https://www.elfi.info bereitet Förderinformationen auf. Dieser Dienst steht allerdings nur als Abonnement zur Verfügung. Da viele Hochschulen Mitglied sind, lohnt es sich zu recherchieren, ob die eigene Hochschule dabei ist. Die IP-Adresse der Recherche muss von einer Hochschule kommen, die den Dienst abonniert hat.

Themengebunden sind auch Stipendien, die im Rahmen bestimmter Themengebiete vergeben werden. Das sind Stipendien in Graduiertenkollegs, beispielsweise der DFG https://www.dfg.de/foerderung/wissenschaftliche_karriere/waehrend_der_promotion/index.html  oder der Hans-Böcker-Stiftung

Nicht themengebundene Stipendien / Begabtenförderwerke

Begabtenförderwerke vergeben die Stipendien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Angebot dieser Stipendien lässt sich über die Webseite https://www.stipendiumplus.de recherchieren. 13 Fördererwerke vergeben an Studierende und Promovierende Stipendien nach bestimmten Kriterien.

Neben diesen Stipendien gibt noch zahlreiche andere, etwa das Deutschlandstipendium oder Stipendien für internationale Promovierende https://www2.daad.de/deutschland/stipendium/datenbank/de/21148-stipendiendatenbank/ oder für Personen, die im Ausland forschen wollen. https://www.daad.de/de/im-ausland-studieren-forschen-lehren/stipendien-finanzierung/

Wie hoch ist ein Stipendium für die Promotion?

Promotionsstipendien sind unterschiedlich hoch dotiert. Meist ist es möglich, mit einem Stipendium den Lebensunterhalt während der Promotion bzw. eines bestimmten Zeitraums der Promotion zu finanzieren. Die Höhe lässt sich auf den Webseiten der Förderwerke erfahren. Beispielsweise beträgt die monatliche Promotionsförderung der Begabtenförderungswerke 1350€ (Juli 2021) plus einer Forschungskostenpauschale und ggf. Familien- und Kinderzuschläge.

Wo soll ich ein Promotionsstipendium beantragen?

Die Bewerbung auf ein Promotionsstipendium hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, beispielsweise des Promotionsprojekts (Themengebiet) und des eigenen Engagements. Promotionsstipendien richten sich an unterschiedliche Zielgruppen. Oft wird ein entsprechendes Engagement, beispielsweise soziales Engagement, politisches Engagement, gewerkschaftliches Engagement, religiöses Engagement oder gesellschaftspolitisches Engagement erwartet. Die Profile der Institutionen, die Stipendien vergeben, findet man auf den jeweiligen Webseiten. Politische Parteien, Gewerkschaften und Fördererwerke mit einer religiösen Orientierung vertreten gemeinsame Werte, haben aber alle eine etwas andere Ausrichtung.

Tipp: Unbedingt die Profile der Stipendiengeber lesen und mit den eigenen Werten abgleichen..

Wie läuft ein Bewerbungsprozess für ein Promotionsstipendium ab?

Informationen zur Bewerbung auf ein Stipendium für die Promotion gibt es bei den jeweiligen Förderinstitutionen. Die Antragsverfahren sind unterschiedlich, teilweise sind die Verfahren gestuft.

In der Regel werden Zeugnisse und die Zulassung zur Promotion sowie ein Bewerbungsschreiben bzw. ein Motivationsschreiben erwartet. Bei der Bewerbung auf ein Promotionsstipendium wird meistens auf das Gutachten der potenziellen Promotionsbetreuung verlangt. Wer sich also auf ein Promotionsstipendium bewirbt, muss sich bereits ernsthafte Gedanken über die Promotion gemacht haben und bei der Vorbereitung der Promotion bereits fortgeschritten sein.

Tipp: Es ist bedeutsam, sich über Bewerbungsverfahren und Bewerbungsfristen gründlich zu informieren. Außerdem ist es wichtig, die formalen Abläufe einzuhalten. Wie und was gefördert wird sowie die Bewerbungsprozesse sind auf den Webseiten der jeweiligen Förderinstitutionen hinterlegt und sollten gut recherchiert werden.

Das Promotionsexposé

Bei der Bewerbung auf ein Promotionsstipendium benötigst du ein Exposé. Wie das Exposé gestaltet sein soll, ist von Stiftung zu Stiftung unterschiedlich. Das Exposé muss 100-prozentig auf die Stiftung zugeschnitten sein, also auch den formalen Vorgaben, beispielsweise der Länge und der Gliederung unbedingt entsprechen.

Mit dem Exposé zeigst Du, dass Dein Promotionsprojekt wissenschaftlich relevant ist und zur jeweiligen Fördereinrichtung passt. Du zeigst auch, dass Du den Forschungsstand systematisiert hast und dass alle Voraussetzungen für Dein Promotionsprojekt stimmen.

Dein Exposé befindet sich im Wettbewerb mit vielen anderen Exposees, darum sollte es sowohl inhaltlich als auch formal sehr gut, eigentlich schon herausragend sein.

Bevor Du ein Exposé zur Bewerbung auf ein Stipendium einreichst, sollten Feedback und Kommentare eingearbeitet sein. Ein Exposee für ein Stipendium muss exzellent sein, denn es wird in den meisten Fällen extern begutachtet und muss vor einem Auswahlausschuss bestehen.

Exposee-Promotion-schreiben
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Dauer der Bewerbung auf  ein Promotionsstipendium

Wie lange dauert ein Bewerbungsprozess für ein Promotionsstipendium dauert, ist abhängig von der Stiftung und der Art der Bewerbung (Promotionskolleg, Graduiertenkolleg, Individualpromotion). Hier hilft auch ein Blick auf die Webseiten der jeweiligen Stipendiengeber. Ebenfalls wichtig ist zu wissen, welche Fristen bzw. Termine vorgesehen sind. So ist in einigen Fällen die Bewerbung nur zu bestimmten Terminen möglich. Von daher sollte die Bewerbung auf ein Stipendium auch in den eigenen Zeitplan passen.

Tipp: Bewerbungsprozess so früh wie möglich starten.

Bevor die Bewerbungsunterlagen für ein Promotionsstipendium eingereicht werden, ist sehr viel zu tun. Darum ist es sinnvoll, so früh wie möglich mit der Bewerbung auf ein Stipendium zu beginnen. Für die Bewerbung muss das Promotionsprojekt bereits sehr gut durchdacht sein, das Gutachten der Promotionsbetreuung muss vorliegen und auf das Exposé inklusive des systematisierten Forschungsstandes soll vorhanden sein. Erfahrungsgemäß ist dieser Prozess zeit- und arbeitsaufwendig. Wenn die Unterlagen zusammengestellt sind, können sie eingereicht werden. Sie werden dann sortiert, begutachtet und in einem Ausschuss diskutiert. So kann zwischen der Promotionsabsicht und der Bewilligung eines Promotionsstipendiums schon mal ein Jahr vergehen. Zwischen Beantragung und Bewilligung ist mit einer Zeitspanne von ca. 6 Monaten manchmal auch länger zu rechnen. Hier solltest Du recherchieren, was auf den Webseiten der Stipendiengeber angegeben ist.

Wie lange bekomme ich ein Promotionsstipendium?

Je nach Förderinstitution kann ein Stipendium für die Promotion zwischen einem Jahr und drei Jahren liegen. Die jeweilige Höchstförderdauer sollte vor Beantragung des Stipendiums auf den Webseiten recherchiert werden. Wichtig ist es zu wissen, dass die statistische, durchschnittliche Promotionszeit höher als die Höchstförderdauer eines Stipendiums ist.

Das kann dementsprechend bedeuten, dass die Promotion länger als das Stipendium dauert. Versuche also, so viel wie möglich während des Promotionsstipendiums zu schaffen. In der Praxis ist es oft so, dass Promovierende nach Beendigung des Stipendiums entweder in einem Beschäftigungsverhältnis promovieren oder Arbeitslosengeld/Hartz44 erhalten. Das gilt auch für Promovierende, die aus dem Beschäftigungssystem aufgrund des Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG) herausgefallen sind.

Welche Vorteile und Nachteile gibt es bei einem Promotionsstipendium?

Der Vorteil eines Promotionsstipendiums ist, dass man relativ viel Zeit für die Arbeit an der Promotion aufwenden kann. Das ist mit einer Stelle als wissenschaftliche Mitarbeitende wissenschaftlicher Mitarbeiter schwieriger und auch bei einer berufsbegleitenden Promotion wenig Zeit für die Promotion zur Verfügung.

Auch der Austausch   und die Teilnahme an Weiterbildungsprogrammen der Stipendiengeber ist ein Vorteil des Stipendiums.

Mit einem Stipendium ist es oft möglich, zusätzlich zum Stipendium einige Stunden als wissenschaftliche Mitarbeiterin, wissenschaftlicher Mitarbeiter zu arbeiten. Das ist deswegen praktisch, weil Du Dich über Arbeitgeber:in krankenversichern kannst.

Die eigene Krankenversicherung zahlen zu müssen, ist einer der Nachteile des Stipendiums. Je nach Alter geht das dann schon mal ins Geld.

Ein weiterer Nachteil könnte die fehlende Anbindung an die Hochschule sein. Darum ist es wichtig, dass Du als Stipendiat:in, darauf achtest, Beziehungen in die Hochschule zu pflegen. Austausch ist nicht nur inhaltlich wichtig, sondern auch für die Information über Konferenzen, der Möglichkeit zu publizieren, Lehrveranstaltungen anzubieten oder um Kontakte für die Beschäftigung nach der Promotion zu pflegen.

Stipendiat:innen sollten auch darauf achten, einen regelmäßigen Kontakt zur Promotionsbetreuung zu pflegen. Sie sollten Promotionsprojekt regelmäßig im Kolloquium vorstellen und Veranstaltungen der jeweiligen Fakultät oder vielmehr des jeweiligen Instituts besuchen.

Sozialabgaben werden während eines Stipendiums nicht gezahlt, das bedeutet, das ein Stipendium nicht rentenversicherungspflichtig ist. Es gehen also Beträge verloren, die während einer Beschäftigung eingezahlt würden.

Stipendiat:innen werden schnell zu Einzelkämpfer:innen. Promovieren bedeutet, einen Forschungsprozess zu managen, wer das noch nie gemacht hat, hat viele Fragen. Diese Fragen können beispielsweise auf einer Projektstelle auf beantwortet werden, Promovierende mit Stipendium müssen dafür sorgen, dass sie an anderer Stelle Antworten auf ihre Fragen bekommen und sich daher bewusst vernetzen.

Mit einem Promotionsstipendium ist wichtig, ob die Nachteile des Stipendiums zu kennen und diese abzumildern. Mit der Möglichkeit der Anbindung an die Hochschule und den Austausch mit anderen Promovierenden auf Projekt -oder Lehrstuhlstellen sollte das gut klappen.

Hast Du weitere Fragen zum Promotionsstipendium? Schreib mir eine Mail, ich ergänze den Blogbeitrag gern.