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Warum brauche ich ein Exposee?

 

Am 12.08.2019 erschien die dritte Auflage meines Promotionsratgebers  Promotionsplanung und Exposee. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Dissertation. Ein Exposee vor einer Dissertation ist hilfreich und damit auch sinnvoll. Mit einem Exposee zeigst Du: Ich bin die richtige Person, das Promotionsprojekt in angemessener Qualität und in der veranschlagten Zeit, mit dem Ausblick auf einen wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn, durchzuführen. Übrigens sagt der Duden, dass man sowohl Exposee als auch Exposé schreiben kann – ich nutze beide Schreibweisen – die andere ist jeweils immer mit gemeint.

Wergen, Jutta (2019) Promotionsplanung und Exposee. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Dissertation. 3. Aufl. Verlag Barbara Budrich. Hier das Buch direkt bei Amazon bestellen *Affiliatelink Hier das Buch im Buchhandel (portofrei) bestellen.

Eigene Motivation prüfen

Du kannst mit einem Promotionsexposee immer auch für Dich prüfen, ob Du dieses Promotionsprojekt realisieren willst und kannst. Einerseits zeigt Dir Dein Exposé, ob Du wirklich über längere Zeit an diesem Thema dranbleiben willst. Und das Exposee zeigt dir auch, ob das was Du geplant hast, für Dich machbar ist. Mögliche Hürden werden genauso schnell klar wie die Möglichkeiten, die die Bearbeitung des Themas bietet. Betrachte das Exposee also als etwas Gutes und nicht nur als lästiges Übel. Ein gutes Exposee ist eine immense Erleichterung für Deine Promotion.

Du bewirbst Dich auf Stipendium/Platz im Promotionsprogramm

Bei einer Bewerbung auf ein Stipendium oder einen Platz in einem Graduiertenkolleg ist immer ein Exposee gefordert. Dieses sollte, je nach möglicher Konkurrenz bzw. Lage der anderen Bewerber*innen besonders gut sein. Hier ist es besonders wichtig, auf die Struktur zu achten, die von dem Promotionsprogramm, dem Begabtenförderwerk, oder anderen Stipendiengebern verlangt wird. Diese sollte tunlichst eingehalten werden – denn sie macht Dein Exposé mit anderen vergleichbar. So kann es schonmal sein, dass Du mehrere Versionen Deines Exposees entwerfen musst. Dazu musst du das Rad nicht neu erfinden, ändere die Struktur!

Hat Deine Idee das Zeug zu einem Promotionsprojekt?

Manche Ideen hören sich zunächst gut an, in der Umsetzung kommt es dann zu Problemen. Ob Deine Idee für eine Promotion taugt, kannst Du erkennen, wenn Du den Forschungsstand zusammenträgst, eine Fragestellung entwickelst und entscheidest, mit welchen Forschungsmethoden Du die Antworten auf die Forschungsfrage finden willst. Dazu musst Du in der Planung schon sehr ins Detail gehen. Das ist mitunter schwierig, denn Du wirst im Voraus auch Entscheidungen begründen müssen, die du im Forschungsprozess vielleicht gar nicht umsetzen wirst. Darum dient ein Exposé immer auch als Diskussionsgrundlage mit anderen Forschenden und vor allem mit der Promotionsbetreuung. Diese gibt als Experte/Expertin idealerweise ein Feedback, um die wissenschaftliche Relevanz des Promotionsprojekts herauszustellen und die Machbarkeit der geplanten Forschung zu prüfen.

Du überzeugst eine mögliche Promotionsbetreuung

Du hast eine gute Idee und keine Promotionsbetreuung? Dann ist der nächste Schritt, einen Experten oder eine Expertin für Dein Promotionsthema zu finden und anzusprechen. Gerade wenn Du Personen ansprechen möchtest, die Dich nicht kennen, solltest du alles tun, um sie zu überzeugen – denn vielleicht ist das erste Treffen, die erste E-Mail Deine einzige Chance. Du brauchst noch kein fertiges Exposee mitbringen, aber Du solltest den Stand der Forschung kennen. Die Forschungsfrage/n, die sich vom Stand der Forschung aus ergeben, solltest Du, auch im Hinblick auf eine wissenschaftliche Relevanz, skizzieren können.

Die Promotionsordnung verlangt ein Exposee

Zunächst einmal wird in vielen Promotionsordnungen ein Exposee verlangt. In Deutschland wird ein Exposee bei vielen Universitäten seit den 1990erJahren verlangt und ist mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen die Voraussetzung für die Zulassung zur Promotion. Für den Promotionsausschuss lässt sich so leichter überprüfen, wie aussichtsreich eine Promotion ist und letztendlich auch, wie ernst es die Bald-Promovierenden meinen. Mit Hilfe eines Exposees lässt sich auch erkennen wie anschlussfähig das Promotionsprojekt für die jeweilige Fakultät ist.

Ein Exposee bietet Orientierung

Ein Exposee enthält viele Informationen zum Thema, über Dich und die wissenschaftliche Relevanz. Es zeigt, dass Du die richtige Person bist, ein wissenschaftlich relevantes und notwendiges Forschungsprojekt durchzuführen. Es belegt also den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn und im Endeffekt Deine persönliche Eignung. Du zeigst also: Ich bin die richtige Person das Promotionsprojekt in angemessener Qualität und in der veranschlagten Zeit mit dem Ausblick auf einen wichtigen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn durchzuführen.

Wergen, Jutta (2019) Promotionsplanung und Exposee. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Dissertation. 3. Aufl. Verlag Barbara Budrich. Hier das Buch direkt bei Amazon bestellen *Affiliatelink Hier das Buch im Buchhandel (portofrei) bestellen.

 

Dr. Jutta Wergen

 

Wissenschafts -Coach, Schreibtrainerin, Schreibcoach für wissenschaftliches Schreiben, Sozialwissenschaftlerin, Autorin, Trainerin im Hochschulkontext, Hochschuldidaktische Multiplikatorin, Nachwuchsförderung und -forschung. Workshops, Einzelcoachings, Moderationen, Konzeptionierungen und immer bereit für neue Ideen!

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