Schreibroutine_Dissertation

Die ersten 10 Minuten Deiner Schreibzeit: So kommst Du ins Schreiben

 

Schreibzeit, Schreibtisch, Dokument geöffnet – und dann passiert: nichts. Statt am nächsten Absatz zu arbeiten, scrollst Du durch Mails, greifst zum Handy und merkst erst nach 20 Minuten, dass Du noch keinen einzigen Satz geschrieben hast. Das ist kein Zeichen von fehlender Disziplin. Dein Gehirn braucht einen bewussten Übergang, um in den Schreibmodus zu wechseln – und genau dafür gibt es eine Routine.

Warum der Einstieg ins Schreiben so viel Energie kostet

An einer Dissertation zu schreiben ist keine alltägliche Aufgabe. Du brauchst Konzentration, Zugang zu Deinem Thema und einen bestimmten Denkmodus, der sich nicht auf Knopfdruck herstellen lässt. Vor der Schreibzeit hast Du vielleicht ein Seminar vorbereitet, Dein Kind in die Kita gebracht oder Dich durch den Berufsverkehr nach Hause bewegt. Dein Kopf ist noch voll von Terminen, Finanzierung, Kolleg:innen und Alltagsrauschen. Und dann sollst Du von jetzt auf gleich an einem komplexen wissenschaftlichen Argument arbeiten. Das Gehirn muss mitmachen — und dafür braucht es einen bewussten Übergang.

Schreiben ist wie Fahrradfahren: Die ersten Meter kosten Kraft

Stell Dir vor, Du steigst morgens aufs Fahrrad. Die ersten Pedaltritte kosten mehr Kraft als die Fahrt, wenn Du einmal in Bewegung bist. Beim Schreiben ist es genauso. Der Anfang braucht mehr Energie. Wer weiß, dass die ersten Minuten anstrengender sind, kann aufhören, sich dafür zu verurteilen, und stattdessen eine Routine schaffen, die den Einstieg erleichtert.

Dein Gehirn schaltet vom Modus „Ich muss jetzt anfangen“ in „Ich habe begonnen, ich habe angefangen“ – und versuch einfach, den Satz so schnell wie möglich zu schreiben.“

Vier Schritte für die ersten 10 Minuten

Die Routine besteht aus vier Schritten, die zusammen etwa zehn Minuten dauern und den Übergang vom Alltag ins Schreiben bewusst gestalten.

Schritt 1 – Vorbereiten (1–2 Minuten): Alles schließen, was nicht zum Schreiben gehört. Mailprogramm zu, Tabs zu, Smartphone in eine Schublade oder einen anderen Raum. Gleichzeitig alles öffnen und bereitlegen, was Du brauchst. Bereite Deinen Platz vor.

Schritt 2 – Ankommen (1–2 Minuten): Öffne Dein Dokument und lies die letzten Absätze, die Du geschrieben hast. Das bringt Dich zurück in Deinen Text und in Deinen Gedankenfluss.

Schritt 3 – Orientieren (2–3 Minuten): Schreib Dir auf einen Zettel oder in Dein Forschungstagebuch, was Du heute konkret machen willst. Nicht „an der Diss arbeiten“, sondern: „Ich schreibe einen Absatz zum Forschungsstand“ oder „Ich formuliere die Einleitung zu Kapitel 3 als Rohtext.“ Ein klares Ziel, das Dein Gehirn annehmen kann. Plane gleichzeitig, wie lange Du schreibst und wann Deine erste Pause ist.

Schritt 4 – Erster Satz (1–2 Minuten): Schreib einen Satz. Irgendeinen. Er muss nicht gut sein. Ob holprig oder provisorisch – es zählt nur, dass er da steht. Dein Gehirn schaltet damit vom Modus „Ich muss anfangen“ in „Ich habe begonnen“. 

Die Routine pflegen und anpassen

Wenn Du berufsbegleitend promovierst, kann der erste Schritt darin bestehen, Dich bewusst vom Arbeitstag zu verabschieden – mit einem kleinen Ritual, das die Grenze zwischen Erwerbsarbeit und Dissertation markiert. Wenn Du abends schreibst oder Kinder hast, funktioniert die Routine trotzdem: Es geht darum, das Alltagsrauschen bewusst abzustreifen, bevor Du in den Schreibmodus wechselst. Wer morgens schreibt, braucht manchmal sogar weniger als zehn Minuten, weil der Kopf noch frei ist. Entscheidend ist nicht der Zeitpunkt, sondern dass die Routine steht.

Probier es aus:

Schreib Dir die vier Schritte — Vorbereiten, Ankommen, Orientieren, Erster Satz — auf einen Zettel und leg ihn neben Deinen Laptop. Beim nächsten Schreibfenster startest Du damit.

Wenn Du Dir für solche Routinen mehr Struktur und Begleitung wünschst: Bei Fokus-Promotion arbeiten Promovierende jede Woche gemeinsam an ihrer Dissertation — mit festen Schreibzeiten und Schreibwochen. Schau auf coachingzonen.de, was für Dich passt.

Warum kann ich mich nicht zum Schreiben meiner Dissertation aufraffen, obwohl ich Zeit habe?

Wissenschaftliches Schreiben erfordert einen speziellen Denkmodus, der sich nicht auf Knopfdruck herstellen lässt. Wenn Du vorher andere Dinge gemacht hast, ist Dein Kopf noch voll davon. Dein Gehirn braucht einen bewussten Übergang ins Schreiben.

Wie komme ich am besten ins Schreiben rein?

 Eine feste 10-Minuten-Routine hilft: Arbeitsplatz vorbereiten, letzten Absatz lesen, ein konkretes Schreibziel notieren und dann sofort einen ersten Satz schreiben. Der erste Satz muss nicht gut sein – er signalisiert Deinem Gehirn, dass Du angefangen hast.

Was mache ich, wenn ich abends schreibe und vom Arbeitstag erschöpft bin?

Baue ein kurzes Ritual ein, mit dem Du Dich bewusst vom Arbeitstag verabschiedest, bevor Du die Schreibroutine startest. Die vier Schritte funktionieren auch abends – entscheidend ist, das Alltagsrauschen bewusst abzustreifen.

Wie formuliere ich ein gutes Schreibziel für eine Sitzung?

So konkret und klein wie möglich: „Ich schreibe einen Absatz zum Forschungsstand“ oder „Ich formuliere die Einleitung zu Kapitel 3 als Rohtext.“ Ein klares Ziel gibt Deinem Gehirn Orientierung und lässt sich hinterher überprüfen.

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