Visualisieren in der Wissenschaft

Wer kennt das nicht: Es wird geredet und geredet – und kein Ende in Sicht? Das ist in der Wissenschaft nicht anders, als beispielsweise in Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Dabei stellen sich manche Beteiligte schon insgeheim die Frage, ob allen am Gespräch beteiligten Personen überhaupt noch klar ist, worüber eigentlich geredet wird.

Weiter unten findest du ein hilfreiches Arbeitsblatt „Visualisieren in der Wissenschaft zum Download. Es hilft bei des ersten Schritten des Visualisierens.

Oft hilft es, einen Stift in die Hand zu nehmen und die Diskussion mit Bildern zu dokumentieren. Auf einem Blatt Papier, aber auch auf einem Whiteboard oder Flipchart lassen sich beispielsweise gemeinsame Positionen oder wichtige Standpunkte auf einen Blick darstellen. Erfolgreiche Moderator*innen kennen das.
Auch für Lehrende und Forschende ist die Visualisierung eine gute Methode um Daten, Ergebnisse, Inhalte oder ganze Forschungsprozesse darzustellen oder theoretische/methodische Positionen zu verdeutlichen.

Hier übrigens ein paar Regeln: Ten simple rules for drawing scientific comics

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Ein Bild erklärt komplizierte Sachverhalte schnell und gibt allen Betrachtenden die Möglichkeit auf einen Blick das Gesehene zügig zu erfassen.
Das (Nach-) Denken in Bildern ist eine übliche Herangehensweise, z. B. während des Lernens, des Kommunizierens und des Lehrens und Forschens. Lernen baut auf Vertrautem und vorhandenem Wissen auf – und Bilder fördern Erinnerungen daran. Nicht nur für Personen, die den visuellen Kanal bevorzugen, ist das Denken in Bildern die schnellste Möglichkeit des Denkens. Sprachbarrieren und Denkblockaden lassen sich mit Bildern wie z. B. Sketchnotes, zumindest teilweise, überwinden.

Visualisieren in der Wissenschaft

Kreative Wort-Collage von Sebastian Sehr

Eine andere Art des kreativen Denkens ist Assoziation oder Bisoziation. Auch hier sind Bilder ein geeignetes Mittel. In ihrem Buch „Birkenbihls Denkwerkzeuge“ hat Vera  F. Birkenbihl einige Tools vorgestellt. Diese lassen sich auch in der Wissenschaft bzw. im Prozess des Schreibens der Dissertation oder des Promotions-Exposees nutzen. Im Online-Coaching-Kurs „Projekt-Promotion“ gehören solche Denkwerkzeuge in den angebotenen Modulen dazu.

Forschungsprojekte visualisieren

Visualisierungen wird in der Wissenschaft oft als Abbildung von Daten und Zusammenhängen in Bildern, Grafiken, Tabellen, Statistiken oder mathematischen Funktionen genutzt. Diese Visualisierungen vereinfachen das Vermitteln von Inhalten und das Nachvollziehen wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Visualisierung von Forschung, Forschungsprojekten und Forschungsprozessen kann so Prozesse des Verstehens beschleunigen und ermöglichen. Ein wesentlicher Aspekt wissenschaftlichen Visualisieren ist es, Erkenntnisse schnell zu transportieren.

Oft werden Mind-Maps oder Concept-Maps genutzt, was besonders bei der Konzeption des gesamten Forschungsprojektes oder des Exposees für die Promotion als hilfreich erweist. Aber auch die Planung des Schreibens im Rahmen der Dissertation kann so geschehen.

Visualisieren in der Wissenschaft

Schreibprojekte visualisieren

In manchen Phasen des Promovierens fällt das Schreiben schwer. Zum Beispiel am Anfang eines Kapitels oder nachdem das Exposé fertig ist. Gleich fällt dann der Begriff Schreibblockade – obwohl nicht jedes „Nicht-schreiben-Können“ etwas mit „Schreiben“ oder „Können“ zu tun hat.

Jede „Schreibblockade“ hat eine Ursache. Es kann sein, dass beispielsweise die Schreibaufgabe noch nicht konkret genug eingegrenzt ist oder sich die Argumentation oder Struktur des Textes noch in der Entwicklung befindet. Vielleicht ist die Planung noch nicht so weit fortgeschritten oder das Ziel der schriftlichen Gedanken noch nicht bestimmt.
Da kann das Visualisieren des Forschungs- bzw. des Promotionsprojektes eine große Hilfe sein.

Warum die Visualisierung des Schreibprojektes hilft

Visualisierungen helfen bei der Konzeption von Texten. So lassen sich beispielsweise Aufbau und Struktur des Textes schnell darstellen oder schematisch entwickeln. Dabei werden auch blinde Flecken sichtbar, ohne dass diese gleich zu einer Schreibkrise führen.
Auch bei der Besprechung des Textes bzw. des Forschungs- oder Promotionsprojektes ist ein anschaulicher Ablauf in Form eines Bildes hilfreich. Bei der Beratung der Promotionsbetreuung können beispielsweise Perspektiven und Strategien (weiter-) entwickelt, und weitere Arbeitsschritte definiert werden. Auch ein Zeitplan kann alleine oder gemeinsam mit der Promotionsbetreuung gescribbelt/skizziert werden.

Ein visualisiertes Promotionsprojekt regt die Diskussionen z. B. im Kolloquium an und ermöglicht den Teilnehmenden, sich auf die dargestellten Teile z. B. Theorien, Methoden, oder den Forschungsstand zu beziehen.
Visualisierung ermöglicht schnellen Austausch ohne lange Vorbereitungszeit. Zudem werden Sprachbarrieren minimiert. Forschende aus anderen Wissensbereichen und anderen Disziplinen können schnell in eine Diskussion einsteigen.

Download Arbeitsblatt: Visualisierung für Forschungs- und Promotionsprojekte nutzen

Für einen leichten Einstieg in das Visualisieren im Promotions- bzw. Schreibprozess habe ich hier ein Arbeitsblatt bereitgestellt. Darauf findest Du einige Ideen, wie Du Visualisierungen beim Lesen und Schreiben im Forschungsprozess oder beim Entwickeln eines Exposés für die Promotion nutzen kannst. Auch hilfreich, wenn Du einen Vortrag hörst oder in der Lehre Zusammenhänge vermitteln möchtest.

Hier kannst du das Arbeitsblatt herunterladen: Download: https://coachingzonen-wissenschaft.de/visualisieren-wissenschaft

Du kannst Visualisierungen übrigens auch im Zusammenhang mit den Cornell-Notes nutzen.