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online-Disputation

Online die Doktorarbeit verteidigen: Viele Promotionsausschüsse sind im Frühjahr 2020 dazu übergegangen, Disputationen auch in virtueller Form zu erlauben.

Dabei sind die Formen dieser Online-Disputationen vielfältig. Möglichst ist beispielsweise, dass alle Beteiligten der Online-Disputation einzeln teilnehmen oder solche Konstellationen, in denen Promovierende gemeinsam mit einem Teil der Kommission an der Hochschule teilnehmen und wiederum eines oder mehrere Mitglieder jeweils an getrennten Orten sitzen.

Online Disputation

So oder so, auch online-Disputationen müssen gut vorbereitet werden. Die gute Vorbereitung betrifft sowohl die technische Ausstattung, den Vortrag, die Diskussion und die Fragen. Nicht zuletzt muss auch die Party nach der Disputation besonders geplant werden.

Eine Online-Disputation bewältigen

Hier findest Du ein paar Impulse, wie Du Dich auf eine online-Disputation bzw. eine Teil-Online-Disputation vorbereiten kannst.

Die Software – das Konferenztool

Hier geht es, darum erst einmal in Erfahrung zu bringen, mit welchem Online-Tool gearbeitet werden soll. Hochschulen haben in der Regel ihre eigenen Systeme bzw. nutzen eine bestimmte Software, die den Datenschutzbestimmungen entsprechen soll.

Da kann es sich um Zoom, Big Blue Button oder WebEx bzw. andere Tools handeln. Zunächst musst Du nun einmal herausbekommen, mit welchem Tool Deine Disputation stattfinden kann. Dazu fragst Du am besten den oder die Vorsitzende der Prüfungskommission.

Wenn ein Konferenztool bzw. eine Software genutzt werden, die Du noch nicht kennst, schau Dir das vorgeschlagene Tool intensiv an. Auch wenn du selten mit Konferenz-Tools arbeitest, solltest du Dich damit ausgiebig beschäftigen.

Versuch unbedingt mit Personen zu sprechen, die diese Software/dieses Tool bereits nutzen. Welche Erfahrungen haben sie gemacht, gibt es etwas, was Dir Deine Disputation erleichtern kann?  Auch ein paar YouTube-Videos anzuschauen, um zu üben und diese Tools kennenzulernen, könnte hier von Vorteil sein.

Die technische Ausstattung:

Eine gute Kamera und ein gutes Mikro sind für die Disputation wichtig. Falls Du nicht über eine gute Kamera und ein gutes Mikro verfügst, solltest Du die das zulegen oder bei anderen Personen leihen. Probiere unbedingt aus, wie Kamera und Mikrofon funktionieren. Simuliere Deine Online-Disputation unbedingt vorher mit Kollegen / Kolleginnen bzw. Freunden/Freundinnen. Die können Dir sagen, wie sich beispielsweise der Ton verhält, ob es einen Hall gibt, oder ein unangenehmes Rauschen.

Die Internetverbindung:

Für Deine Online-Disputation brauchst Du ein stabiles Internet. Das bedeutet, dass Du möglichst Deine Online-Disputation nicht mit einem W-LAN durchzuführen solltest. Bereite die Disputation so vor, dass Du Dein Internet maximal stabil hast, indem du beispielsweise Dein Lan-Kabel einstöpselst. Schalte alle Quellen, die Datenvolumen benötige, sicherheitshalber aus – kein Netflix für Deine Familie während Deiner Online-Disputation.

Die Präsentation

Falls Du eine Präsentation halten wirst, kannst du am besten Deinen Bildschirm teilen. Das solltest Du unbedingt vorher üben. Sinn macht es hier sogar, mit zwei Monitoren zu arbeiten, so hast Du einerseits Deine Präsentation als auch die Mitglieder der Kommission im Blick. Suche Dir unbedingt eine kleine Gruppe von Personen, mit denen Du üben kannst, einerseits um Feedback zu bekommen, andererseits, damit die Einstellungen und Handgriffe sitzen.

Der Hintergrund

Halte den Hintergrund, vor dem Du sitzt, für Deine Online-Disputation so neutral wie möglich. Es sieht ganz gut aus, wenn du während der Online-Disputationen vor einem Bücherregal oder einer einfarbigen/weißen Wand sitzt. Eventuell sieht eine Pflanze noch ganz gut aus.

Wenn es nicht anders geht und Du die Disputation beispielsweise im Schlafzimmer machen musst, dann richte die Kamera so aus, dass der Hintergrund neutral auf dem Bildschirm zu sehen ist.

Zwar sind Greenscreens eine gute Idee, allerdings muss die Beleuchtung hier auch 100-prozentig stimmen, damit das Bild einigermaßen angenehm für die Zuschauer ist. Wenn es murks ist, lass es lieber.

Es spricht auch nichts dagegen, wenn Du Deine Disputation in Deinem Uni-Büro machst oder in einem Sitzungssaal, bzw. einem Sitzungszimmer, dass Dir möglicherweise von Deinem Institut bzw. Deiner Fakultät zur Verfügung gestellt wird. Teste dort die Internetverbindung und besorg Dir die Schlüssel zu den Räumen.

Eigentlich gibt es keine Regeln dafür, wie Dein Hintergrund aussehen muss, wichtig ist, dass Du Dich damit wohlfühlst. Versuche den Hintergrund so neutral wie möglich zu halten, also z. B. keine geöffneten Türen im Hintergrund.

 

Die Umgebung:

Minimiere alle Störungen, die sich in Deinem Privatbereich, Deinen Räumen ergeben können. Schalte Dein Handy und das Festnetztelefon. Vergiss nicht den Anrufbeantworter auszuschalten. Stell die Klingel ab und sperre Dein Haustier aus.

Günstig ist es sogar, eine Person im Hintergrund zu haben, die für Dich das Troubleshooting macht. Das betrifft nicht nur die Umgebung, sondern auch gegebenenfalls die Technik.

Sprechen ins blinkende Auge

Schau beim Sprechen möglichst direkt in die Kamera. Halte Deinen Blick geradeaus gerichtet. Auch wenn es sich wie ein Selbstgespräch anfühlt, dahinter sitzt die Kommission.

Es ist nicht einfach, in eine Kamera zu sprechen und die Reaktion der Promotionskommission nicht unmittelbar zu sehen.

Es kann übrigens helfen, einen lächelnden Smiley neben die Kamera zu kleben. Der erinnert dich daran, immer freundlich zu kucken. Ein freundlicher Gesichtsausdruck ist besonders wichtig, denn außer diesem, ist von Dir nicht viel zu sehen.

Die Mitglieder der Kommission nicht direkt zu sehen, kann einerseits ein Vorteil sein, denn man wird auch nicht nervös, etwa wenn jemand die Stirn runzelt oder den Kopf schüttelt. Andererseits kann es auch ein Nachteil sein, weil sich Unsicherheiten ansammeln und gegebenenfalls über lange Zeit mitgetragen werden müssen. Es kann helfen, positive Vorannahmen über die Kommission zu haben – solltest du Bilder haben, auf denen die Kommissionsmitglieder mit einem freundlichen Gesichtsausdruck zu sehen sind, beispielsweise von der Webseite oder von Tagungsfotos, schneide diese aus und stelle sie dir neben Deinen Monitor. Du brauchst es ja keinem erzählen.

Umgang mit Fragen

Beantworte Fragen so, wie Du es auch in einer Präsenz-Disputation tun würdest. Notiere dir die Fragen und Stichworte etwa so, wie du das auch tun würdest, wenn Du vor der Kommission sitzt.

Übe Deinen Vortrag genauso, wie Du ihn auch für eine Präsenz-Disputation üben würdest.

Die Teilweise-Online-Disputation

Es kann auch sein, dass die Disputation nur zum Teil online stattfindet, nämlich wenn Du mit einem Teil der Kommission an einem Ort bist und ein anderer Teil der Kommission an einem oder mehreren anderen Orten ist.

Dann bekommst Du in der Regel einen Ort genannt, an dem Du Dich einfindest. In der Regel brauchst Du Dich um die technischen Bedingungen nicht zu kümmern, denn es ist möglich, dass das die Sache des oder der Vorsitzenden der Disputationskommission ist.

Kläre das vorsichtshalber vorher ab, denn in manchen Kommissionen sind Promovierende ja ziemlich für alles verantwortlich. Solltest Du die Person sein, die für die technischen Bedingungen verantwortlich ist, lass dich ggf. vom Medienzentrum der Universität unterstützen.

Vielleicht ist es möglich, den Ort vorher anzuschauen und ggf. schon mal die technische Ausstattung zu prüfen.

Nicht Vor-Ort anwesende Mitglieder der Kommission im Blick behalten

Die Besonderheit bei einer Teil-Online-Disputation ist, dass Du auch die Personen bzw. die Personen im Blick hast, die nicht anwesend sind. Das bedeutet, dass Du während des Vortrags und der Beantwortung der Fragen Deinen Blick auf den oder die Monitore richtest.

Wenn es ungewohnt für Dich ist, online oder zum Teil online präsentieren, dann übe das unbedingt vorher mit Kolleginnen oder Freunden. Lass Dir ein Feedback geben, auch ob sich die einzelnen Personen einbezogen gefühlt haben. Hast Du genügend Blickkontakt gehabt, was Du mit Personen genügend angesprochen? Online zu performen ist einfach eine Sache der Gewohnheit.

Die Sache mit der Öffentlichkeit

Ob und wie bei öffentlichen Disputationen die Öffentlichkeit zugelassen ist, sollte geklärt werden. Problematisch könnte es sein, dass im Prinzip jeder die Disputation mitschneiden kann. Hier solltest Du gegebenenfalls mit dem oder der Vorsitzenden der Kommission klären, wie der Zugang der Öffentlichkeit gehandhabt wird. Vielleicht ist es von Vorteil, die Öffentlichkeit für eine Online-Disputation auszuschließen.

Die Sache mit der Party

Leider sind nach einer Online-Disputation wenige Personen anwesend. Während man bei einer Disputation des Kollegen oder der Kollegin vor der Tür warten schon einmal das Budget aufbaut, ist das bei einer Online-Disputation nicht möglich.

Es ist aber möglich, sich eine angemessene Zeit nach der Disputation zu einer virtuellen Party zu treffen oder sich zu verabreden. Aus solltest Du unbedingt tun, denn nach bestandener Prüfung solltest Du feiern, der nun ist Du fast fertig.

Die Publikation fehlt noch, aber da denkst Du frühestens einen Tag später drüber nach!

Die Online-Disputation in Zukunft

Wie sich das mit Online-Disputationen in Zukunft weiter verhält, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass es künftig einfacher wird, externe Kommissionsmitglieder zu einer Online-Disputation zuzuschalten. Gerade Kommissionen mit internationalen Mitgliedern können hier gewinnen, da es ökologisch und ökonomisch von Vorteil ist, eine Disputation online durchzuführen.

Disputationsvortrag-Inhalt

Dr. Jutta Wergen

Du bekommst von mir hilfreiche Unterstützung in Deiner Promotionsphase. Ich habe in meinen Beratungen, meinen Coachings und Workshops, on-und offline, hilfreiche und passgenaue Coachinginstrumente und Tools entwickelt. 

Dabei lege ich den Fokus auf die praktische Umsetzung und die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit von Promovierenden.

Coachingzonen-Wissenschaft habe ich 2014 gegründet. Hier biete ich, mittlerweile mit einem Team Online-Kurse für Promovierende an.

Ich kenne das Feld der Wissenschaft seit vielen Jahren und kenne die Strukturen der Nachwuchsförderung sowie die Besonderheiten von Promotionen. Ich weiß daher, welche typischen (und untypischen) Probleme und Fragen Promovierende haben können und kenne und entwickle mit Promovierenden gemeinsam die individuell passenden Antworten und Lösungen.

Ich arbeite seit 2001 als Coach und Trainerin mit Promovierenden. Zunächst habe ich Graduiertenprogramme koordiniert, Weiterbildungen konzipiert und angeboten. Selbstverständlich habe ich dazu selbst verschiedene Aus-und Weiterbildungen absolviert.

Als Trainerin und Coach biete ich an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen für Promovierende Workshops und Coachings an.