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Die Führung von Lesenden durch den Text ist ein Thema, das bei Promovierenden häufiger vorkommt. Meistens geschieht das durch eine Anmerkung der Promotionsbetreuung bzw. durch Personen, die ein Textfeedback geben.

Leseführung

Aber was meint Leserführung im Zusammenhang mit der Dissertation?

Leseführung bietet Orientierung

Wirre Gedanken in einen gut strukturierten Text zu gießen, ist nicht einfach und erfordert mehrere Arbeitsschritte. Die wenigsten Texte werden nämlich so gedruckt, wie sie im ersten Entwurf geschrieben werden.

Mit der Führung von Lesenden werden in Texten Botschaften oder Wissen vermittelt. Wer sich also sicher sein will, dass das Geschriebene bei den Lesenden ankommt, sollte die Lesenden führen. Und das sollte so geschehen, dass die Lesenden erkennen können, was wichtig und was weniger wichtig ist. Das setzt voraus, dass alle Argumente in der richtigen Reihenfolge und Gewichtung angeordnet werden.

Leseführung, wie geht das?

Leserführung kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Leserinnen können auf der Ebene des gesamten Textes, durch die Textstruktur geführt werden. Weitere Elemente sind die Führung auf Ebene der Sätze, sowie auf Ebene der Wörter.

 

Leseführung

von Coachingzonen-Podcast | Episode 10

Die Leseführung im gesamten Text

Die Gliederung und aussagekräftige Überschriften strukturieren den Text und leiten Lesende von der Einleitung bis zum Fazit bzw. bis zum Ausblick. Ein Text kann auch durch Absätze und Textabschnitte strukturiert werden.

Überleitungen und Zusammenfassungen im Text geben ebenfalls Orientierung. Dabei können die Überleitungen immer an den Textenden bzw. am Textanfang sein, in manchen Fällen passt auch beides.

Zusammenfassungen können in Kapitel und Unterkapiteln gegeben werden, aber auch wichtige Schlüsselstellen im Text können mit einer kurzen Zusammenfassung abgerundet werden. Ebenfalls wichtige Orientierung bieten Querverweise und Rückbezüge.

Tipps, um Lesende auf der Ebene der Textstruktur zu führen

Schau Dir Bücher oder Aufsätze aus Deinem Fach nur anhand der Textstruktur an. Schau nicht auf den Inhalt und finde Begriffe, die die Richtung für Lesende angeben. Achte auf erstens, zweitens, drittens, im Folgenden und auf andere strukturierende Merkmale. Schreibe Dir diese als Muster heraus. Achtung: Nicht alle Texte sind gut, deswegen macht das mit mehreren Texten, da wir dann schon ein guter dabei sein.

Strukturiere Deine Argumente, bevor Du schreibst. Das kannst Du gut mit einem Concept-Map machen.

Schreibe Dir aus einem oder mehreren guten Texten, Satzanfänge heraus. Mach Dir eine Liste und lerne. Das kannst Du übrigens auch mit englischsprachigen Texten tun.

Gib Deinen Kapiteln passende, aussagekräftige Überschriften. Betrachte während der Textproduktion Deine Überschriften als Arbeitsüberschriften, die Du gegebenenfalls später noch einmal neu formulierst.

Die Führung von Lesenden auf Satzebene

Auch Sätze können so gestaltet sein, dass die Lesenden die Orientierung behalten. Die Nummer 1 ist und bleibt die Vermeidung von Schachtelsätzen. Bei manchen Texten weiß man am Ende des Satzes nicht mehr, wie er mal angefangen hat.

Tipp für die Leseführung auf der Satzebene

Gehe während der Überarbeitung noch einmal durch Deinen Text. Prüfe Satz für Satz, ob er aus einem Hauptsatz und einem Nebensatz besteht. Zähle die Zeilen eines jeden Satzes in Deinem Text. Wenn Einsatz zu viele Zeilen hat, sieben sind auf jeden Fall zu viel, dann überarbeitet den Satz.

Die Führung von Lesenden auf der Wortebene

Auch einzelne Wörter können Lesende verwirren. Das betrifft die Verwendung falscher Begriffe oder Begriffe, die nicht definiert sind, bzw. für unterschiedlichen Bedeutungen verwendet werden. Füllwörter sind ebenfalls eine Möglichkeit, Verwirrung zu stiften. Die häufige Verwendung von „Wortmonstern“, also Begriffen, die aus zusammengesetzten Wörtern bestehen und oft, weil konstruiert, verwirren die Lesenden. Wissenschaftssprache ist nicht unbedingt eine komplizierte Sprache, allerdings enthält sie im Gegensatz zur Alltagssprache Fachbegriffe, die passend verwendet werden.

Tipp für die Leseführung auf der Wortebene

Nutze die Fachbegriffe, die in Deiner Disziplin vorkommen und die in Deiner Disziplin definiert sind.

Prüfe bei der Überarbeitung, ob es in Deinem Text Wörter gibt, die es gar nicht gibt, beispielsweise selbst kreierte Wort-Monster. Überarbeitet diese.

Leseführung erleichtert das Lesen und vermittelt

Die hier vorgestellten Möglichkeiten der Führung von Lesenden sind Beispiele, wie Leserführung oder Leserinnenführung in Texten vorgenommen werden kann. Manches in Puncto Leseführung lässt sich vorher schon strukturieren, manches passt bei der Überarbeitung besser. Wichtig ist, dass Du beim Schreiben und beim Überarbeiten darüber nachdenkst, Lesende mit Deinem text zum Lesen einzuladen. Ansonsten hat er keinen Wert.

Die Führung von Lesenden unterstützt sie dabei, den Text zu verstehen und die Autoren und Autorinnen des Textes dabei, das zu sagen und zu vermitteln, was sie transportieren möchten. Lesefreundliche Texte werden auch von Studierenden besser verstanden. Wann ich wissenschaftliche Texte lese, habe ich manchmal das Gefühl, in Sachen Leseführung ist noch einiges zu tun.

Dr. Jutta Wergen

Du bekommst von mir hilfreiche Unterstützung in Deiner Promotionsphase. Ich habe in meinen Beratungen, meinen Coachings und Workshops, on-und offline, hilfreiche und passgenaue Coachinginstrumente und Tools entwickelt. 

Dabei lege ich den Fokus auf die praktische Umsetzung und die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit von Promovierenden.

Coachingzonen-Wissenschaft habe ich 2014 gegründet. Hier biete ich, mittlerweile mit einem Team Online-Kurse für Promovierende an.

Ich kenne das Feld der Wissenschaft seit vielen Jahren und kenne die Strukturen der Nachwuchsförderung sowie die Besonderheiten von Promotionen. Ich weiß daher, welche typischen (und untypischen) Probleme und Fragen Promovierende haben können und kenne und entwickle mit Promovierenden gemeinsam die individuell passenden Antworten und Lösungen.

Ich arbeite seit 2001 als Coach und Trainerin mit Promovierenden. Zunächst habe ich Graduiertenprogramme koordiniert, Weiterbildungen konzipiert und angeboten. Selbstverständlich habe ich dazu selbst verschiedene Aus-und Weiterbildungen absolviert.

Als Trainerin und Coach biete ich an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen für Promovierende Workshops und Coachings an.