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Ist die Entscheidung für eine kumulative Promotion gefallen, geht es nun darum ein Exposee für das Promotionsprojekt zu schreiben. Das Exposee für eine kumulative Promotion ist etwas anders, als das Exposé für eine Monografie, einfach weil das Promotionprojekt eine andere Form hat. Anregungen, wie Du ein Exposé für eine kumulative Dissertation verfasst, findest Du hier im Blogbeitrag.

Exposé für eine kumulative Promotion verfassen

Wusstest Du übrigens, dass beide Schreibweisen Exposee und Exposé laut Duden richtig sind? Ich benutze hier beide – diejenigen die die andere Schreibweise favorisieren sind immer mitgemeint;

Bei einer kumulativen Dissertation werden mehrere Artikel in Fachzeitschriften publiziert und dann in einem Gesamtdokument, der Dissertation, zusammengefasst. Hier zum Blogbeitrag „Was bei der Entscheidung einer kumulativen Promotion zu beachten ist“. Dass es sich bei dem geplanten Promotionsprojekt um eine kumulative Dissertation handelt, muss sich auch im Exposé widerspiegeln. Auch hier müssen, wie bei einem Exposee für eine Monografie, zunächst die Anforderungen geklärt werden.

Anzahl und Art der Publikationen

Daher solltest Du entlang der Vorgaben der Promotionsordnung prüfen, wie viele Publikationen nötig sind und wie viele dieser Publikationen einen peer-review-Verfahren unterzogen sein müssen. Dementsprechend muss das Promotionsprojekt geplant werden, was sich im Exposee widerspiegeln sollte. In der Promotionsordnung könnte hinterlegt sein, in welchen Zeitschriften die einzelnen Artikel veröffentlicht werden dürfen. Allerdings ist es auch möglich, dass es keine Vorgaben gibt und die infrage kommenden Zeitschriften mit der Promotionsbetreuung besprochen werden. Möglich ist auch, dass es bestimmte Vorgaben für die Artikel gibt, die sich dann in der Promotionsordnung finden oder sind mit der Promotionsbetreuung abzusprechen sind. Das gilt es im Exposee, auch besonders bei der Zeitplanung bzw. im Zeitplan zu berücksichtigen.

Zur Veröffentlichung angenommen oder veröffentlicht?

Ebenfalls ist in der Promotionsordnung zu ersehen, welchen Status die Artikel haben sollen, etwa wie viele der Artikel lediglich zur Veröffentlichung angenommen – oder bereits veröffentlicht sein sollen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Autor*innenschaft der einzelnen Publikationen, etwa wie viele der Publikationen in Alleinautor*innenschaft oder mit Co-Autor*innen geschrieben werden dürfen bzw. sollen. Das muss also alles im Vorfeld der Planung, also hier im Exposee aufgeschrieben sein.

Möglicherweise enthält die Promotionsordnung sogar Vorgaben für den Aufbau einer kumulativen Dissertation, etwa ob sie einen Rahmentext/eine Synopse und/oder eine Zusammenfassung enthalten soll und ggf. wie viele Seiten diese Texte beinhalten sollen. dann kann sich auch der Aufbau des Exposés an dieses Muster anlehnen.

Aufbau des Exposees für die kumulative Dissertation

Das Exposee für eine kumulative Dissertation sollte neben den üblichen Exposee-Inhalten wie Forschungsstand und Fragestellung zusätzlich einen Publikationsplan enthalten. Alle für die Dissertation geplanten Publikationen müssen konzipiert und im Exposee beschrieben werden.

Der Forschungsstand vor dem Publikationsplan ist letztendlich der Plan, wie die Synopse bzw. der Rahmentext aussehen soll. Der zeigt, wie Sie Ihr Promotionsprojekt in der Disziplin bzw. Teil-Disziplin, spezieller im Forschungsfeld, verorten. In den Abschnitten der einzelnen Publikationen im Publikationsplan kann dann der Forschungsstand noch konkreter ausgearbeitet werden. Sie sollten vor dem Verfassen des Exposees bedenken, ob der gesamte Forschungsstand vor dem Publikationsplan steht oder ob Sie einen allgemeinen Forschungsstand vorab stellen und einen differenzierten Forschungsstand für jede der geplanten Publikationen erarbeiten. Da ja auch eine kumulative Dissertation einen roten Faden haben muss, ist dieses Vorgehen empfehlenswert.

Gliederung des Exposees so für die kumulative Dissertation

Natürlich ist die Gliederung für ein Exposé meist nicht vorgeschrieben. Allerdings kann es sein, dass es Vorgaben für eine Gliederung gibt. Diese Vorgaben lassen sich beim Gespräch mit der zukünftigen Promotionsbetreuung oder im Internet auf den Seiten des Promotionsausschusses finden, evtl sind sie in der Promotionsordnung hinterlegt. Sollte es der Fall sein, dass eine Gliederung vorgeschlagen wird, würde ich empfehlen diese Gliederung zu nutzen. Für alle anderen stelle ich hier eine Muster-Gliederung für das Exposé einer kumulativen Dissertation bereit.

Die hier vorgestellte Gliederung für eine kumulative Promotion ist ein Vorschlag und dabei relativ grob beschrieben. Weitere Inhalte sind denkbar, die Tiefe des Themas und die Komplexität des Exposés sollten mit der Promotionsbetreuung verhandelt werden.

Gliederung

1.Einleitung: Du musst hier nicht unbedingt eine lange Einleitung oder ein Abstract schreiben, allerdings hilft eine kurze Einleitung den Lesern und Leserinnen besser, den Text zu lesen und Dein Projekt schneller zu erfassen.

2. Forschungsstand: Der Forschungsstand muss systematisiert werden. Da die einzelnen Publikationen inhaltlich zusammenhängen, gibt es meist auch einen übergreifenden Forschungsstand. Entscheide, ob Du den Forschungsstand für die einzelnen Publikationen in Deiner Publikationsliste behandelst. Hier wäre es wichtig, sich nicht zu verzetteln. Darum würde ich sogar empfehlen, vorher ein Conzept-Map zu erstellen.

3. Publikationsliste: Dabei wird jede Publikation einzeln beschrieben, einzelne Forschungsprojekte mit ihrem Forschungsstand, Theorien, Methoden usw. Hier werden dann auch, soweit vorhanden, bereits Ko-Autor*innen benannt.

4. Am Ende jeden Exposés steht die Literaturliste, sowie ein Arbeits- und Zeitplan. Hier ist es wichtig, dass Du beschreibst, wann welche Publikation eingereicht und überarbeitet wird.

Fragen, die bei der Konzeption eines Exposés für die kumulative Dissertation auftauchen:

Müssen alle Publikationen des Exposés im Voraus geplant werden?

Ja, auf jeden Fall. Es ist allerdings ratsam, nur die geforderten Publikationen zu beschreiben. Auch wenn die Anzahl der Publikationen während der Promotionsphase letztlich höher sein kann als zunächst geplant, sollten nur die in der Promotionsordnung geforderten Publikationen im Exposee aufgeführt werden. Obwohl ein Exposee wirklich wichtig ist, sollte es nicht größer sein, als verlangt.

Was ist, wenn ich die Anzahl der Publikationen noch nicht kenne?

Du musst die im Exposee die in der Promotionsordnung verlangten Publikationen im Exposee aufführen. Sollten noch nicht alle Publikationen klar sein, und das kann ja öfter vorkommen, kannst Du das Exposé noch nicht einreichen. Empfehlenswert ist hier das Gespräch mit der Promotionsbetreuung.

Gehört die Literatur in den Publikationsplan?

In den meisten Fällen reicht es, wenn Du die Literatur in einer Literaturliste im Anhang des Exposees aufführst, genauso wie es für eine Monografie üblich ist. Zur Sicherheit solltest Du in die Vorgaben der Promotionsordnung schauen oder gegebenenfalls die Promotionsbetreuung noch einmal fragen. Achte darauf, die Literatur des Forschungsstands und die Literatur, die im Publikationsplan verwendet wurde, in die Literaturliste aufzunehmen.

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Dr. Jutta Wergen

Wissenschafts -Coach, Schreibtrainerin, Schreibcoach für wissenschaftliches Schreiben, Sozialwissenschaftlerin, Autorin, Trainerin im Hochschulkontext, Hochschuldidaktische Multiplikatorin, Nachwuchsförderung und -forschung. Workshops, Einzelcoachings, Moderationen, Konzeptionierungen und immer bereit für neue Ideen!

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