DEINE AUFGABE am 02.04.2024

Heute geht es um Deine Schreibstrategien

Tag 1 der Schreib-Challenge zeigt Dir verschiedene Schreibtechniken. Diese kannst Du strategisch einsetzen, je nach Deinem Schreibziel und Deiner Tagesform. Deine Challenge-Aufgabe besteht darin, verschiedene Schreibtechniken zu kombinieren, um Dein Schreibziel zu erreichen. Gerade wenn Du ein großes Schreibprojekt wie eine Dissertation bewältigen möchtest, ist es sinnvoll, für verschiedene Schreibphasen zielführende Schreibtechniken einzusetzen.

Planen

„Planen als Schreibtechnik“ bedeutet, dass Du Dir einen Plan für das Schreiben machst. Dein Plan zum Schreiben kann z. B. eine Gliederung sein, die bereits Überschriften, Stichworte oder Inhalte enthält. Zum Planen gehört aber auch eine Übersicht, in der Du vermerkst, was Du wann und wie schreiben wirst – gewissermaßen ein Schreib-Zeit-Plan, der sich nicht nur auf Zeiten, sondern auch auf Inhalte bzw. Textteile bezieht. Dein Plan ist gleichermaßen Dein Leitfaden, nach dem sich Dein Schreibprozess richtet.  Planung bedeute, eine Gliederung zu machen, einen Zeitplan oder einen Schreib-Zeit-Plan zur Strukturierung Deiner Arbeit. Planen ist immer eine wichtige Strategie im Schreibprozess der Promotion!

Versionen-schreiben

Bei der Strategie „Versionen-Schreiben“ oder „Mehrere-Versionen-Schreiben“ geht es darum, zu einer Idee (z. B. einer Überschrift) mehrere Versionen zu schreiben. Also zu einer Überschrift/einem Thema eine erste Version zu schreiben und danach vielleicht eine zweite Version und auch noch eine dritte und vierte Version. Meist wird das Versionen-Schreiben nicht geplant, sondern passiert eher zufällig, denn kaum jemand weiß bei der ersten Version schon, dass noch eine weitere Version folgen wird. Versionen-Schreiben ist dann sinnvoll, wenn Du immer weiter auf den Punkt kommen und das Profil des Textes schärfen willst. Das Schreiben mehrerer Versionen eignet sich oft nicht für lange Texte, sondern für einzelne Sätze oder Absätze. Diese Technik ist sinnvoll einsetzbar, wenn Du mit Deinem Text nicht zufrieden bist und auch das Überarbeiten nicht so recht klappen will. Dann schreibst Du den Text, z. B. einen Absatz, oder ein Unterkapitel eben noch mal neu – das kann manchmal sehr viel einfacher sein, als ewig daran „herumzudoktern“ (oder heißt das etwa deswegen Doktorarbeit :-)? Praktisch ist es, in kurzer Zeit viel Text produzieren zu können und nicht großartig vorzubereiten oder strukturieren zu müssen. Mit dieser Technik kannst Du Dir auch eine Idee erschließen. Denkbar ist der Einsatz des Versionen-Schreibens nämlich auch für Themen, bei denen Du bislang nicht weißt, ob Du sie für Deine Dissertation benötigst. Versionen sind ebenfalls prima, um bei einzelnen Inhalten schrittweise konkreter zu werden und um Version für Version „zu verdichten“. Bleibe im Schreibfluss und arbeite mit einer der Versionen z. B. der letzten Version weiter. Es hilft manchmal auch, den Text/die Version ein wenig liegenzulassen und dann mit etwas Abstand wieder daranzugehen. Das Mehr-Versionen-Schreiben erleichtert es, solche Themen in Text zu gießen, bei denen Du Dir bis jetzt nicht im Klaren bist, wo es hingehen soll. Es erleichtert auch, überhaupt etwas zu schreiben. Weil Du Dich mit einer Version nicht sofort entscheiden musst, kannst Du Dir erlauben, in einen Schreibfluss zu kommen und mit dem Thema etwas zu experimentieren. Das führt oft zu tollen Ergebnissen – trau Dich!

Drauflosschreiben

Bei der Schreibtechnik „Drauflosschreiben/Flow-Schreiben“ schreibst Du einfach los. Du überlegst nicht lange, Du korrigierst Dich nicht, Du schreibst einfach alles auf, was Dir gerade in den Sinn kommt. Wahrscheinlich wird dies nicht der Text werden, der so nachher genau so in Deiner Dissertation zu finden sein wird. Das ist okay, denn fast 50 % des Schreibens besteht aus der Überarbeitung. Frag doch mal eine Promotionsbetreuung oder andere Professor*innen wie sie schreiben – ich wette, dass kaum jemand direkt die Endversion schreibt. Hilfreich ist diese Strategie, wenn Du Dich in ein Thema „Einschreiben“ möchtest, wenn Du einfach mal alle Gedanken zu einem Thema fließen lassen möchtest. Dabei ist es wahrscheinlich, dass Du neue Gedanken während des Schreibens entwickelst und Dein Thema auch schreibend weiter voranbringst. Wenn Du diese Strategie oft anwendest, trainierst Du das Schreiben an sich und es gelingt Dir künftig schneller, einfach loszuschreiben und dabei zu bleiben. Bei dieser Schreibtechnik solltest Du nicht überlegen, ob das jetzt gut ist, was Du schreibst, ob das Sinn ergibt oder was jetzt wohl die anderen von Dir denken. Nimm Dir einfach einmal eine begrenzte Zeit, z. B. 30 Minuten dafür. Und gib nicht auf, falls das nicht sofort klappt! Da Du alles, was Du mit dieser Strategie geschrieben hast, immer noch mal überarbeitest und im Laufe der Promotion sogar mehrmals überarbeitest, bekommst Du später ein hervorragendes Ergebnis. Du musst Dich einfach nur trauen, draufloszuschreiben.

Textteil-Schreiben

Bei der Schreibtechnik „Textteile-Schreiben/Patchwork-Schreiben“ schreibst Du entlang Deiner Gliederung einzelne Textteile. Dabei muss hierbei keine Reihenfolge eingehalten werden. So kannst Du etwa die Einleitung zum Schluss schreiben oder einzelne Kapitel später schreiben. Es werden also immer nur einzelne Module geschrieben. Diese Technik eignet sich gut, wenn Du bislang nicht alle Teile Deiner Forschung zusammen hast und trotzdem schon mit dem Schreiben beginnen möchtest. Ein Problem kann natürlich sein, dass sich später noch etwas ändert und der Text nicht mehr zusammenpasst. Da Du später wahrscheinlich ohnehin noch die Übergänge zwischen einzelnen Textteilen glättest, ist das nicht so schlimm. Für diese Technik ist ein gutes Text-Management wichtig, bei dem Du Dir notierst, z. B. in der Gliederung, was Du wo geschrieben hast.

Eine gute und sinnvolle Kombination verschiedener Schreibtechniken bringt Dich zum Ziel!

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