DEINE AUFGABE TAG an Tag 2

Visualisieren bedeutet Struktur(en) sichtbar zu machen

Sich ein Bild zu machen, erleichtert den Überblick auch im Promotionsprozess. Einen Text, eine Textstruktur oder einen Forschungsablauf zu visualisieren verdeutlicht schnell, wo es Potenziale gibt und wo inhaltliche Sackgassen sein können. Außerdem hilft das Visualisieren beim Denken und Planen. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ – da ist was dran, oder?

Die Visualisierung Deines Forschungsprozesses oder Deiner Gliederung kann das Schreiben erleichtern. Du kannst entweder das gesamte Projekt visualisieren oder einen Teilbereich, etwa ein Kapitel oder ein Unterkapitel, „sichtbar“ machen. Ist die Struktur einmal visualisiert, behältst Du auch einen besseren Überblick, auch wenn sich später etwas in der Struktur der Arbeit ändert. Es ist ebenfalls hilfreich, die Auswirkungen von Veränderungen eines Textabschnitts auf den gesamten Text zu überblicken. Ich möchte Dir heute hier einen Vorschlag für die Visualisierung Deines Schreibprojektes machen:

Visualisierungen2

Strategisch visualisieren

Das Schreiben der Dissertation besteht aus mehreren Arbeitsschritten, von denen einige zunächst nichts mit dem Schreiben selbst zu tun haben. Typische Schritte beim Schreiben sind: Sammeln, Sortieren, Strukturieren und Verfassen eines Rohtextes, der dann mehrfach überarbeitet wird. Zum Schreibprozess gehört auch das Lesen, Recherchieren, Diskutieren mit der Promotionsbetreuung oder das Einholen von Feedback. Auch das inhaltliche, stilistische und sprachliche Überarbeiten der Arbeit, das Korrigieren, Formatieren und Layouten gehören zum Erstellungsprozess einer Dissertation. Heute zeige ich Dir, wie Du Deinen Planungsprozess visualisieren kannst:

Coachingzonen-Wissenschafti-Schreib-Challenge
Coachingzonen-Wissenschafti-Schreib-Challenge
Coachingzonen-Wissenschafti-Schreib-Challenge
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1: Brainstorming

Bevor Du mit dem Schreiben Deiner Arbeit oder eines Kapitels beginnst, solltest Du Dir zunächst darüber klar werden, was Du in diesem Text haben möchtest. Um den Findungsprozess zu unterstützen, kannst Du ein Brainstorming machen, bei dem Du zunächst alles (und ich meine wirklich alles!) aufschreibst, was Dir für diesen Text wichtig ist. Mein Tipp: Nimm ein leeres Blatt, lege es quer, stelle eine Stoppuhr auf 5–7 Minuten und schreibe wahllos alles auf, was Dir zu Deinem Schreibthema einfällt. Im Fotobeispiel siehst Du, wie ich es gemacht habe. Es ist hilfreich, einen Kreis in die Mitte des Blattes zu malen und hineinzuschreiben, worum es gehen soll. Du kannst hier etwa die Kapitelüberschrift oder die Überschrift des Unterkapitels schreiben. Notiere Stichpunkte! Lass Deine Ideen fließen! Bleib spontan und schreibe alles auf, was Dir zum Thema einfällt. Schränke Dich nicht zu schnell ein, Du kannst später noch entscheiden, was in Deinen Text kommt und was nicht, jetzt geht es erst einmal darum, möglichst viele Ideen zu finden!

2: Sortieren

Dann nimmst Du einige bunte Stifte und umrandest die Teile, die Deiner Meinung nach zusammengehören, mit der gleichen Farbe. Je nachdem, wie viele Teile/Themen Du findest, wird das wahrscheinlich viel bunter und vielfältiger, als ich es in diesem Beispiel zeigen kann. Wenn Du einzelne Teile nicht zuordnen kannst oder willst, lass sie erst einmal weg oder schreibe sie extra auf – Du kannst später immer noch überlegen, was Du damit machen willst. Manchmal musst Du Dich sogar von ihnen verabschieden, weil sie einfach nicht mehr in die Arbeit passen. Vielleicht stellt sich ja im Laufe des Schreibens heraus, ob und wo Du diese Teile gebrauchen kannst. Sieh das Aussortieren nicht als Puzzle, in das alle Teile passen müssen, sondern als Teil eines Prozesses, an dessen Ende ein schlüssiges – und vor allem fertiges – Kapitel Deiner Dissertation steht.

3: Sortieren, Teil 2

Der nächste Schritt bei der Sortierung ist optional und hängt davon ab, wie gut Dein bisheriger Überblick über Deine Sammlung ist.

Du kannst beginnen, die einzelnen Themenblöcke zu nummerieren. Dann muss entschieden werden, was Hauptkapitel und was Unterkapitel sind. Ein Austausch mit Kolleginnen und Kollegen kann an dieser Stelle hilfreich sein, um mehr Klarheit in die Gliederung zu bekommen. Oder Du vereinbarst zur Klärung der Struktur Deiner Arbeit und Deiner Forschung allgemein an dieser Stelle einen Beratungstermin mit Deiner Promotionsbetreuung.

4: Strukturieren: Konzept entwickeln

Im nächsten Schritt gliederst Du das, was Du bereits sortiert hast. Du könntest in Deinem Textverarbeitungsprogramm aus den nummerierten Teilen/Themen eine Gliederung machen und dann entsprechend schreiben.

Alternativ könntest Du auch eine digitale Mindmap erstellen. Auch hier kann es hilfreich sein, die Gliederung zusätzlich zu visualisieren. Dazu eignen sich Post-its in verschiedenen Farben, die Du auf ein großes Blatt Papier (oder Deine Tür, Deine Wand) klebst. Es müssen natürlich nicht immer Post-its sein, Du kannst auch z. B. auf Flipchart-Blätter schreiben oder malen. Post-its sind praktisch, weil sie so flexibel sind.

Du kannst auch ein digitales Whiteboard nutzen, um zu visualisieren.

Der Vorteil dieser Visualisierung ist, dass Änderungen in der Gliederung der Arbeit schnell auffallen und Du die Auswirkungen auf die anderen Kapitel siehst. So kannst Du die Änderungen rechtzeitig anpassen und behältst den „roten Faden“ im Auge. Übrigens: Es hat sich langfristig bewährt, diese Übersicht an einem zentralen, gut sichtbaren Ort aufzubewahren, zum Beispiel über dem Schreibtisch.

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