Was ist eigentlich Wissenschaftssprache? Muss Wissenschaftssprache kompliziert sein? Muss Wissenschaftssprache Zusammenhänge unlesbar und unverständlich ausdrücken, dass sie nur noch von wenigen Menschen verstanden werden? Ist es wirklich so, dass erst ein kompliziert geschriebener Text wissenschaftlich ist?

Viele Promovierende befürchten, dass ihre Texte zu einfach sind, dass Texte sprachlich nicht das Niveau einer Dissertation erreichen werden.

Ich habe Angst, dass mein Text nicht gut genug ist. Was soll ich tun?“

Das wissenschaftliche Schreiben ist ein Dialog, zwischen Wissenschaftler_innen über räumliche und zeitliche Grenzen hinaus. Es geht darum, in schriftlicher Form über ein wissenschaftlich relevantes Thema zu kommunizieren. Beteiligt sind an diesem Dialog unterschiedlichen Personen, die sich noch nicht einmal persönlich kennen müssen und vielleicht sogar zu verschiedenen Zeiten leben.

Für Deine Dissertation bedeutet dieser Dialog, dass Du so schreiben solltest, dass andere Dich verstehen können. Idealerweise kannst du Dich an diejenigen richten, die sich mit Deinem Thema bzw. deiner Fachdisziplin auskennen. Du brauchst also nicht alles neu einführen, Du musst nur konkret sein und Fachbegriffe benutzen. Außerdem darfst Du keine Behauptungen treffen, sondern solltest konkrete Bezüge herstellen und Quellen angeben.

Formuliere Deine Arbeit so, dass es leicht ist, mit Dir in einen Dialog zu treten – denn wissenschaftliche Erkenntnisse entstehen durch  Dialoge zwischen Expert_innen!

 

Hier einige hilfreiche Tipps für wissenschaftliche Dialoge:

  • Schreibe so einfach wie möglich
  • Schreibe konkret, schreibe unmissverständlich
  • Stelle die richtigen Beziehungen her
  • Stelle die Hauptsache in den Hauptsatz, die Nebensache in den Nebensatz
  • Benutze die Fachbegriffe Deiner Fachdisziplin
  • Gib alle Quellen an, zitiere richtig

Bei komplizierten Zusammenhängen ist es oft leichter, zunächst so zu schreiben, wie Du sprichst. Erst der nächste Schritt ist die sprachliche Überarbeitung. Stetiges Überarbeiten ist ein übliches Vorgehen beim Wissenschaftlichen Schreiben, erst schreiben und dann überarbeiten, hinsichtlich der Sprache, des Stils, Überprüfung der Fachbegriffe, Satzbau, Rechtschreibung, Layout ……

Nimm einen fertigen (Roh-) Text z.B. ein Kapitel oder ein Unterkapitel und überarbeite es.

  • Kürze überlange Sätze
  • Mache zwei oder mehr Sätze aus Schachtelsätzen
  • Aktiviere passive Satzkonstruktionen, vermeide Endungen wie -ung, -heit, -keit, -ismus
  • Stelle Hauptaussagen in Hauptsätze und Nebenaussagen in Nebensätze
  • Streiche unnötige Wortwiederholungen
  • Streiche Füllwörter z.B. sehr, eigentlich, durchaus, ziemlich, quasi…
  • Sei vorsichtig mit selbst-kreierten Wortkonstruktionen
  • Streiche unnötige Hilfsverben z.B. können, sollen, werden, möchten
  • Streiche unnötige Klammern (sie zeigen oft, dass du dir nicht klar bist) und formuliere besser

Hier mal ein Beispiel, wie man etwas kompliziert ausdrücken kann:
Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren.
(aus dem Gutachten zur Doktorarbeit von Annette Schavan)

Klicke auf das Zitat, um noch andere komplizierte Dialogversuche anzuschauen!

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Zum Weiterlesen:

Literatur, Links FAQs usw.